Mittelstand lässt Wertschöpfungspotential ungenutzt

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Zwei aktuelle Studien analysieren die wirtschaftlichen Auswirkungen der Digitalisierung auf deutsche Unternehmen. Investitionen werden nach einer Studie des Business-Software-Anbieters IFS vor allem im Bereich Big Data und Analytics sowie ERP-Systeme getätigt. Und dennoch: Das Beratungsunternehmen McKinsey bescheinigt dem deutschen Mittelstand  ein ungenutztes Wertschöpfungspotential in Milliardenhöhe

Die neueste Studie des Beratungsunternehmens McKinsey analysiert das wirtschaftliche Potential der Digitalisierung für den deutschen Mittelstand. Befragt wurden dafür 206 Führungskräfte aus mittelständischen deutschen Unternehmen.

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass deutsche Mittelständler bisher lediglich 10 Prozent ihres digitalen Potentials nutzen. Damit liegen diese nicht nur hinter Spitzenreitern wie den USA (18 Prozent), Großbritannien (17 Prozent) oder Schweden (15 Prozent), sondern darüber hinaus auch noch unter dem europäischen Durchschnitt von aktuell 12 Prozent. Dies verwundert, sehen sich doch 61 Prozent der Mittelständler gut vorbereitet. Die Hälfte der Befragten bewerten die Digitalisierung darüber hinaus als Chance.

Wertschöpfungspotential in Milliardenhöhe

Wird in den kommenden Jahren das Potential konsequent genutzt, ließe sich daraus eine Wertschöpfung von 126 Mrd. Euro pro Jahr bis 2025 generieren konstatiert die Studie – allein für den deutschen Mittelstand. Das wäre ein jährliches Wachstum – lediglich als Folge der Digitalisierung – von 0,3 Prozentpunkten pro Jahr. Für die gesamte deutsche Wirtschaft liegt die Prognose sogar bei 490 Mrd. Euro p.a.

Gewinner wären vor allem der Informations- und Kommunikationstechnologiesektor, die Metall- und Elektroindustrie sowie der Groß- und Außenhandel. Aber auch die Verkehrs- und Logistikbranche verfügt über ein Wertschöpfungspotential von über 4 Mrd. pro Jahr, so die Ergebnisse. Einziger Hemmschuh: Gerade Unternehmen mit Standorten in kleineren Städten haben Probleme Fachkräfte zu finden. Hier empfehlen die Macher der Studie innovative und flexible Wege einzuschlagen, um Talente anzuwerben.

Große Investitionsbereitschaft

Die Bereitschaft, in die digitale Transformation zu investieren, ist laut Studie des Business-Software-Anbieters IFS in 92 Prozent aller deutschen Unternehmen groß. Für die Studie befragte IFS 750 Entscheider aus 16 Ländern, zum Stand der Digitalisierung.

Die befragten Unternehmen zeigten demnach eine große Bereitschaft zu investieren und verfügten auch über „angemessene“ oder „förderliche“ Mittel. Als Investitionsschwerpunkte identifizierte die Umfrage Big Data und Analytics (52 Prozent), ERP (46 Prozent) sowie das Internet der Dinge (25 Prozent). Für innovative Technologien wie künstliche Intelligenz wollen 29 Prozent der deutschen Unternehmen mehr Geld ausgeben. Hauptantrieb ist dabei die Effizienzverbesserung bei unternehmensinternen Prozessen (42 Prozent). Darüber hinaus wollen knapp 30 Prozent der Befragten die Innovationsfähigkeit beschleunigen und hoffen auf Wachstumschancen in neuen Märkten

Fazit

Die McKinsey Studie empfiehlt, die Digitalisierung nicht länger als ein lediglich die IT-Abteilung betreffendes Phänomen abzutun, sondern die digitale Transformation aktiv zu gestalten und als Chance zur Weiterentwicklung zu be- und ergreifen. Dann wird die durch die IFS-Umfrage identifizierte Investitionsbereitschaft schon bald Früchte tragen.

 

Die McKinsey Kurzstudie zum Thema „Die Digitalisierung des deutschen Mittelstands“ können Sie hier direkt einsehen.

Weitere Informationen zur IFS-Studie finden Sie zudem hier.

 

Sie möchten weitere Informationen zum Thema?

Dieser Artikel ergänzt die bereits ausgewerteten Studien zum Thema Digitalisierung , welche sich u.a. mit dem unterschiedlichen Grad der digitalen Transformation in Unternehmen oder dem Nutzungsrad digitaler Technologien in der Logistik beschäftigen.

 

 

 

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