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Alternative Beschaffungsmärkte erschließen: Pakistan

von Redaktion

Pakistan zählt zu den attraktivsten Produktionsstandorten im asiatischen Raum – vor allem für Bekleidung, Sportartikel und Leder. Doch wie gelingt es europäischen Unternehmen das fremde Marktumfeld zu erschließen, das neben vielversprechenden Chancen für die kostengünstige Beschaffung auch Herausforderungen birgt? Wir geben Ihnen Praxistipps, wie Sie Ihr „Made in Pakistan“-Vorhaben erfolgreich und sicher aufstellen.

Produktionsstandort Pakistan: Wirtschaftliche Lage und Ausblick

Pakistans Wirtschaftsstruktur ist seit Jahren im Wandel: Während der Dienstleistungssektor stark zugelegt hat, sinkt der Beitrag der Agrarwirtschaft kontinuierlich. Insgesamt ist die Wirtschaft auf Wachstumskurs.

Doch blieb die Pandemie auch in Pakistan nicht folgenlos und so verzeichnete das aufstrebende Beschaffungsland im Fiskaljahr 2019/2020 erstmals seit 68 Jahren ein negatives Wachstum. Nach Angaben des Internationalen Währungsfonds gab es eine reale Abnahme des Bruttoinlandproduktes von 0,4 Prozent, die Exporte sanken um 6,81 Prozent.

Doch inzwischen führt Pakistan den Aufwärtstrend fort: Im Finanzjahr 2020-21 erreichten die Warenexporte mit 25,3 Milliarden US-Dollar ihren höchsten Stand, wie ein Berater des pakistanischen Premierministers für Handel und Investitionen über Twitter mitteilte. Um diese positive Entwicklung weiter zu gestalten und die Sicherheit am Arbeitsplatz zu gewährleisten, wurde im Juni 2021 eine COVID-19-Impfpflicht für Arbeitnehmer*innen eingeführt. Weil Pakistan bereits bestehende Infrastruktur zur COVID-19-Bekämpfung nutze, konnte das Land hier recht erfolgreich agieren – und hofft im kommenden Jahr auf neue Rekordexporte.

Beschaffungsmarkt Pakistan: Lieferkettenrisiken durch Diversifizierung senken

Einer der wichtigsten Wirt­schaftszweige des südasiatischen Staates, der gemessen an seiner Größe zu den bevölkerungsreichsten Ländern weltweit zählt, ist die Textilindustrie. Zudem konnte sich Pakistan bei der Produktion von Sportartikeln als feste Größe etablieren: Neben Cricket-Equipment werden hier sämtliche FIFA-Fußbälle produziert. Die Industriestadt Sialkot im Nordosten des Landes gilt dabei als zentraler Standort der weltweiten Fußballproduktion. Dieser generiert, gemeinsam mit anderen Produktionsstätten für Sportutensilien, einen jährlichen Umsatz von 2,5 Milliarden US-Dollar.

Europäische Unternehmen, die ihre Beschaffungsstrategie auf Pakistan ausweiten möchten, können nicht nur eventuell vorhandene Abhängigkeiten von anderen Produktionsstandorten reduzieren und ihre Lieferkettenrisiken senken. Die geografische Lage am Arabischen Meer nahe des Indischen Ozeans erweist sich für Unternehmen zudem als überaus vorteilhaft: Pakistan verfügt über eine direkte Anbindung an die Containerschifffahrt. Waren gelangen so ohne Umladung nach Europa. Das senkt nicht nur das Risiko für Beschädigungen oder Verlust der Fracht, die Waren erreichen Europa auch wesentlich schneller, als dies bei einem Transport von beispielsweise China der Fall ist: Die Transitzeit vom pakistanischen Port Qasim nach Rotterdam beträgt zum Beispiel 21 bis 22 Tage, wohingegen die Transitzeit von Shanghai nach Rotterdam  27 oder mehr Tage dauert. Hinzu kommt, dass die Produktions- und Lohnkosten in Pakistan nach wie vor sehr gering sind.

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Marktpotenzial heben – mit den richtigen Partner*innen

Der Einstieg auf den lokalen Markt empfiehlt sich jedoch kaum im Alleingang: Das „Made in Pakistan“-Projekt sollten Unternehmen am besten mit verlässlichen Dienstleister*innen realisieren, um logistischen Herausforderungen, interkulturellen Besonderheiten oder Risiken aufgrund extremer Wetterbedingungen vorrauschauend zu begegnen. Das Logistikunternehmen Hermes International, ein Geschäftsbereich von Hermes Germany, bietet in Zusammenarbeit mit seinem lokalen Partner World Wide Group (WWG) – der seit 50 Jahren am Markt tätig ist und zu den TOP 3 Speditionen Pakistans zählt – ein breites Serviceportfolio. Durch die gebündelte Expertise im Bereich des internationalen und lokalen Warenverkehrs erhalten einkaufende Unternehmen genau die Lösungen, die sie zum Heben ihres Marktpotenzials benötigen.

Produktion in Pakistan: Mit Local Heros Warenströme erfolgreich steuern

Ähnlich wie im Nachbarland Indien oder in Bangladesch entspricht die inländische Infrastruktur an vielen Stellen noch nicht internationalen Standards. Wer bei dem Warentransport auf der Straße oder Schiene auf erfahrene Logistikdienstleister*innen wie Hermes International und Local Heros wie WWG setzt, ist daher klar im Vorteil. Sie managen den lokalen Landverkehr, die internationale See- und Luftfracht sowie Projektverschiffungen (Out of Gauge) und bieten neben Verzollungen jeglicher Art spezielle Dienstleistungen für die Retailbranche an. Diese umfassen unter anderem maßgeschneiderte Lagerlösungen, Barcode Scanning, Pick&Pack sowie Garments on Hanger (GOH).

Nachhaltigkeit in der Supply Chain: Grün produzieren, regelmäßig kontrollieren

Durch das Lieferkettengesetz sowie das wachsende Nachhaltigkeitsbewusstsein von Endkund*innen steht gerade die Textilbranche vor steigenden Herausforderungen, globale Wertschöpfungsketten umweltbewusster und verantwortungsvoller zu gestalten. Pakistan hat sich auf die veränderten Anforderungen eingestellt und setzt sich, unter anderem durch die Schaffung „grüner“ Rahmenbedingungen, für eine nachhaltigere Produktion ein. Qualitätskontrollen nach EU-Siegel-Maßstäben müssen dennoch regelmäßig durchgeführt werden.

Hermes-Partner WWG bietet daher neutrale Qualitätsinspektionen an, beispielsweise zur Überprüfung der Verpackungs- und Materialqualität oder Kleidergrößen. Darüber hinaus entwickelt WWG auch kundenspezifische digitale Lösungen: So hat die IT-Abteilung von WWG beispielsweise für ein bekanntes Bekleidungsunternehmen eine Vendor Management Plattform aufgesetzt, über die Zuliefer*innen Qualitätsprüfungen und Anlieferungen selbst buchen sowie verschiffungsrelevante Daten digital übermitteln können.

Trotz digitaler Innovationen ist es unerlässlich, persönlich vor Ort zu sein. Kund*innen von Hermes International profitieren von der Partnerschaft mit WWG. Der Local Hero verfügt nicht nur über ein umfassendes Knowhow, sondern betreibt auch fünf international ausgerichtete Büros – zum Beispiel in Sialkot und Faisalabad, dort wo kaum einer der multinationalen Logistik Player vertreten ist.

Erfolgsfaktor Cross Border Logistik

Um die in Pakistan gefertigten Waren zuverlässig auf den vorgesehenen Markt zu bringen, erweist sich die Cross Border Logistik als kritischer Faktor. Einkaufende Unternehmen sollten Wert darauflegen, dass Logistikdienstleister*innen – wie im Falle des Hermes-Partners WWG – über Lagerhäuser in unmittelbarer Nähe zu den Seehäfen Port Qasim (New Port) und Karachi Port (Old Port) sowie zu den Flughäfen in Karachi und Lahore verfügen. Die Anlagen sollten es ermöglichen, dass Lieferungen von Exporteuren an jedem Wochentag rund um die Uhr angenommen werden können – um eine maximale Erreichbarkeit und Flexibilität für den effizienten Warentransport zu gewährleisten.

Für den Fall, dass es besonders schnell gehen muss, sollte auch eine gute Anbindung an den internationalen Luftverkehr ermöglicht werden. WWG verfügt durch eine Schwesterfirma, die exklusiv für 17 Airlines Frachtbuchungen in Pakistan abwickelt, über enge Verbindungen zu Carriern. Unter den Fluggesellschaften, die etwa 45 Prozent des gesamten Export-Frachtmarktes aus Pakistan abdecken, sind Lufthansa, Etihad, Saudi Airlines und Gulf Air.

Den Beschaffungsmarkt Pakistan erschließen – Potential heben

Pakistan bietet einkaufenden Unternehmen aufgrund seiner geografischen Lage und damit dem verbundenen schnelleren Warentransport nach Europa, einer Vielzahl junger und arbeitsfähiger Einwohner*innen sowie geringen Lohn- und Produktionskosten eine Reihe von attraktiven Standortvorteilen. Zur reibungslosen Umsetzung des Markteinstiegs ist jedoch eine hohe Expertise des Marktes, der pakistanischen Mentalität sowie des internationalen Warenverkehrs erforderlich. Hierbei setzen Verantwortliche am besten auf erfahrene und verlässliche Dienstleister*innen. So können sie schon bald ihr gesamtes Potential heben und ihre Lieferketten diversifizieren.

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