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Einkauf: Blockchain-Technologie für transparente Beschaffungsprozesse

von Maren Jannen

Der Einsatz von Blockchain-Technologie im Einkauf transformiert die Art und Weise, wie Unternehmen Transaktionen, Aufträge oder die Überprüfung der Authentizität von Produkten handhaben. Durch ihr dezentrales Netzwerk, das für Transparenz und Sicherheit sorgt, trägt die Blockchain entscheidend dazu bei, Beschaffungsprozesse zu optimieren. In unserem Blogbeitrag beleuchten wir die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten dieser fortschrittlichen Technologie und zeigen auf, wie sie die Effizienz und Zuverlässigkeit von Lieferketten steigern kann.

Blockchain für mehr Transparenz – von der Produktion bis zur Auslieferung

Die Blockchain ist im Grunde genommen ein dezentrales Ledger (Buchführungssystem), das alle Informationen über ein Netzwerk von Computern hinweg sicher und unveränderlich aufzeichnet. Jede Transaktion wird in einem Datenblock gespeichert, der an eine Kette von vorherigen Transkaktionen angehängt wird. Diese Struktur gewährleistet die Integrität der Daten und sorgt für eine hohe Revisions- und Fälschungssicherheit. Vor allem im Bereich des Supply Chain Managements ergibt sich dadurch ein hohes Potenzial: Wertschöpfung wird hier überwiegend unternehmensübergreifend generiert. Weltumspannende Lieferketten werden komplexer, der Materialfluss muss über mehrere Schnittstellen gesteuert werden und der Austausch sensibler Daten schreitet rasant voran. Kommen hierbei verschiedene IT-Systeme und unterschiedliche Sicherheitsstandards zum Einsatz, wird der Austausch wichtiger Informationen deutlich erschwert.

Eine gemeinsame Kommunikationsarchitektur auf Basis der Blockchain kann die gesamten Abläufe erleichtern und die administrativen Prozesse verschlanken. Blockchain-Plattformen sind weltweit zugänglich und ermöglichen es allen Supply-Chain-Partnern, sich miteinander zu vernetzen und Daten in einem sicheren Umfeld auszutauschen. Indem die einzelnen Prozessschritte festgehalten werden und für alle Beteiligten nachverfolgbar sind, erhöht sich auch die Transparenz der Supply Chain – und zwar von der Produktion der Waren bis hin zur Lieferung an den Endkunden. Unternehmen wissen jederzeit, wo genau sich ihre Güter gerade befinden und wie sie transportiert werden.

Davon profitieren auch die Beschaffungsprozesse: Ausgehend von einer erhöhten Transparenz und Sicherheit, schafft die Blockchain ein virtuelles Vertrauensnetzwerk und ermöglicht es, einen digitalen Fußabdruck der Produkte zu erstellen, der sämtliche relevanten Informationen enthält. Dies zahlt sich vor allem im Falle eines Qualitätsproblems oder einer Rückrufaktion aus, da Verantwortliche in der Lage sind, schnell und gezielt zu handeln. Die lückenlose Nachverfolgbarkeit von Prozessschritten stärkt zudem die Kommunikation und Beziehung der Unternehmen zu ihren Lieferanten und Supply-Chain-Partnern: Da jede Transaktion und jeder Austausch von Waren in einem sicheren Ledger festgehalten wird, können die beteiligten Parteien den Verlauf der Geschäfte und Abwicklungen jederzeit überprüfen. Dies reduziert das Risiko von Missverständnissen und fördert eine Kultur des Vertrauens.

Automatisierte Bestellvorgänge durch Smart Contracts

Durch den Einsatz der Blockchain können Unternehmen zudem ineffiziente, papierbasierte Prozesse im Einkauf eliminieren, die häufig fehleranfällig und zeitintensiv sind. Hier haben sich Smart Contracts bewährt: Diese selbstausführenden Verträge mit den in Code geschriebenen Bedingungen ermöglichen es, Bestellungen automatisch zu platzieren, sobald die vordefinierten Kriterien erfüllt sind. Als unveränderliches Ledger bietet die Blockchain eine vertrauenswürdige und transparente Umgebung, auf der Smart Contracs ausgeführt werden können – einmal implementierte Verträge können nicht manipuliert werden. Dies bietet ein hohes Sicherheitsmaß für die Vertragspartner.

Beispielsweise könnte ein Smart Contract so programmiert werden, dass er automatisch einen Auftrag bei einem Lieferanten auslöst, sobald der Lagerbestand eines bestimmten Produkts unter ein kritisches Niveau fällt. Diese Automatisierung führt nicht nur zu einer Effizienzsteigerung im Bestellprozess, sondern reduziert auch das Risiko menschlicher Fehler. Bei der Herstellung und Lieferung wiederum können Smart Contracs dazu verwendet werden, die Echtzeit von Waren und Bauteilen zu überprüfen und Zahlungen nur freizugeben, wenn bestätigt wurde, dass die gelieferten Teile den spezifizierten Anforderungen entsprechen. Auf diese Weise können Kosten durch die Vermeidung von Fehlkäufen reduziert, die eigene Integrität gestärkt und Beschaffungsprozesse optimiert werden.

Da jede Transaktion auf der Blockchain aufgezeichnet wird, können alle Beteiligten die Details und Ausführung des Smart Contracts einsehen. Zusammen bilden sie eine synergetische Technologiekombination, bei der die Blockchain eine robuste und transparente Grundlage für den sicheren und effizienten Einsatz der selbstausführenden Verträge bietet.

Weniger Fälschungen und Betrug durch die Blockchain

Unternehmen, die die Blockchain bereits nutzen, wissen vor allem die Unveränderlichkeit der Inhalte zu schätzen: Einmal eingetragene Daten können nicht manipuliert oder gelöscht werden – Betrug und Fälschungen werden dadurch deutlich verringert. Die Implementierung von Mechanismen wie kryptografisch abgesicherte Transaktionen oder Distributed Ledger Technlogie (DLT) ermöglicht eine dezentrale Verifizierung und Speicherung von Daten über multiple Knotenpunkte im Netzwerk. Jede Bewegung eines Produkts wird durch einen digitalen Hash eindeutig gekennzeichnet und zentrale Angriffsflächen eliminiert. Verantwortliche können so beispielsweise sicherstellen, dass die von ihnen erworbenen Produkte echt sind, den angegebenen Qualitätsstandards entsprechen und nicht durch gefälschte Waren ersetzt wurden. Dies ist besonders wichtig in Branchen, in denen Fälschungen nicht nur finanzielle Verluste bedeuten, sondern auch Sicherheits- und Gesundheitsrisiken darstellen können.

Innerhalb der Blockchain-Anwendungen ermöglichen auch Technologien wie Zero-Knowledge-Proofs weitere Absicherungen, indem sie Transaktionsvaliditäten überprüfen, ohne sensible Informationen offenlegen zu müssen. In Kombination etwa mit Tokenisierung – physische Güter werden durch digitale Tokens repräsentiert – kann eine nahtlose und manipulationssichere Übertragung von Handelsdokumenten gewährleistet werden.

Fazit: Die Zukunft der Beschaffung: Blockchain für transparente Lieferketten

Unternehmen möchten ihre Lieferketten möglichst übersichtlich, nachvollziehbar und manipulationssicher abbilden. Wo wurde welches Produkt angefertigt, wer hat was weiterverarbeitet, wie wurde es transportiert und durch wen? Die Blockchain bietet im Bereich des Einkaufs ein enormes Potenzial, durch ihre inhärente Transparenz Prozesse zu optimieren, Abläufe zu automatisieren und dabei Betrug zu reduzieren. Mit der Einführung von Smart Contract können Unternehmen zudem schneller und kosteneffizienter auf Marktveränderungen reagieren, indem Vertragsbedingungen automatisiert und ohne manuelle Eingriffe durchgesetzt werden.

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