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IT-Sicherheit in der Logistik: Sechs Tipps für Ihre Lieferkette

von Redaktion

Ein effizientes Supply Chain Management ohne Technologieeinsatz oder digitale Hilfsmittel ist heutzutage unvorstellbar. Doch gehen mit der Digitalisierung in- und externer Prozesse auch Risiken einher.

Zu einem ganzheitlichen Supply Chain Risk Management (SCRM) sollte daher auch immer die Absicherung der eigenen IT-Infrastruktur gehören. Wir geben Ihnen sechs Tipps, wie Sie Ihre Lieferkette vor Cyber-Angriffen schützen können.

Technologien in der Supply Chain

Optimierte Prognosen mittels Big Data, eine effiziente Lagerhaltung dank künstlicher Intelligenz oder Echtzeit-Frachtinformationen über die SCM-Software: Die Zukunft der Logistik ist digital und wird auch künftig die Prozesse innerhalb globaler Lieferketten stark verändern.

Wenngleich die Digitalisierung eine störungsfreie Abwicklung ermöglicht und die Transparenz innerhalb der Supply Chain erhöht, sie birgt auch Gefahren und gilt als Einfallstor für Cyber-Angriffe auf das Liefernetzwerk. Dies bestätigt jüngst auch der „Unit 42 Cloud Threat Report 2021“ der IT-Sicherheitsforscher von Palo Alto Networks. Die Analyse ergab unter anderem, dass 96 Prozent der Container-Anwendungen von Drittanbietern, die in der Cloud-Infrastruktur zum Einsatz kommen, bekannte Schwachstellen enthalten.

Cyberkriminalität kostet weltweit Milliarden

Laut Statista müssen Unternehmen in den kommenden Jahren weltweit große Umsatzverluste durch Cyberangriffe hinnehmen. So schätzt Statista, dass allein die Automobilbranche zwischen 2019 und 2023 einen Umsatzverlust von 505 Milliarden US-Dollar erleiden wird. Für die Konsumgüter- und Dienstleistungsindustrie werden entgangene Umsätzen im Wert von 385 Milliarden US-Dollar prognostiziert.

Cyberkriminalität kostet Unternehmen demnach weltweit viele Milliarden Euro – der internationale Warenverkehr ist hiervon nicht ausgenommen. Denn mit der fortschreitenden Digitalisierung in einem Liefernetzwerk sowie einer steigenden Anzahl beteiligter Partner*innen, wächst auch das IT-Sicherheitsrisiko. Logistikverantwortliche sollten im Rahmen eines ganzheitlichen SCRM daher auch eine IT-Sicherheitsstrategie verfolgen, um zum Beispiel das Risiko von Zusatzkosten durch IT-bedingte Lieferkettenunterbrechungen zu minimieren.

Weitere Beiträge

Logistik 4.0: Sicherheitsrisiko Schnittstellen

Mit einer erhöhten Vernetzung aller beteiligten Lieferkettenakteur*innen geht in der Regel auch ein Anstieg der Schnittstellen einher – also jener Kommunikationsknotenpunkte, an denen Informationen wie Kontaktdaten, Frachtbriefe oder Zolldokumente elektronisch übermittelt werden.

Das Software- und Beratungsunternehmens SNP Schneider-Neureither & Partner veröffentlichte Zahlen, die belegen, dass Unternehmen die Anzahl der vorhandenen Schnittstellen häufig unterschätzen. Bei dem Scan eines Großkonzerns identifizierte das Softwarehaus demnach anstatt der vom Konzern angenommenen 2.500 Schnittstellen tatsächlich 11.000 Schnittstellen – und somit ein wesentlich größeres Sicherheitsrisiko als angenommen.

IT-Sicherheit in der Logistik: Tipps zur Absicherung Ihrer Supply Chain

Je zukunftsfähiger sich ein Unternehmen aufstellt, je mehr es in moderne Prozesse investiert, desto anfälliger für Cyberangriffe? Ja und nein, denn mit dem richtigen Supply Chain Risk Management können auch hochgradig digitalisierte Unternehmen ihre Lieferkette sicher managen.

Einige Tipps haben wir für Sie zusammengestellt:

  • Verschaffen Sie sich einen Überblick über die Anzahl Ihrer Schnittstellen. Sind diese identifiziert, können sie z.B. mit Hilfe von Firewalls gesichert werden.
  • Legen Sie gemeinsam mit Ihren Partner*innen verbindliche Sicherheitsstandards und Protokolle fest. So sind die Kompetenzen klar geregelt, Unregelmäßigkeiten werden schneller erkannt und ein reaktionsschnelles Eingreifen im Notfall erleichtert.
  • Prüfen Sie kritisch, welche Mitarbeitende Zugriffs- und Nutzungsrechte für sensible Daten haben und schränken Sie diese, wenn möglich ein.
  • Gefälschte Emails und Schwachstellen bei der Zugangskontrolle sind nach wie vor gängige Wege, über die sich Cyberkriminelle Zugang in IT-Infrastrukturen verschaffen. Aktualisieren Sie daher stets Ihre Virenprogramme und Firewalls und überprüfen Sie in definierten Abständen Ihre Zugangsrechte. In diesem Zuge ist eine der wichtigsten Maßnahmen:
  • Sorgen Sie für die konsequente Schulung Ihrer Belegschaft in Bezug auf Datensicherheit und Cyberkriminalität. Immer wieder versenden Mitarbeitende sensible Daten, zum Beispiel als Antwort auf gefälschte Mails der Geschäftsführung. Klare Vorgaben und die regelmäßige Sensibilisierung der Belegschaft minimieren diese Gefahr.
  • Nicht erst mit Inkrafttreten der DSGVO sollten Sie prüfen, welche Daten gespeichert werden. Je weniger sensible Daten Sie speichern, verarbeiten und verbreiten, umso geringer die Gefahr der Entwendung oder missbräuchlichen Verwendung.

Digitalisierung in der Logistik: IT-Sicherheit für das gesamte Netzwerk

Die Vernetzung zwischen den Lieferkettenpartnern, die Schaffung einer gemeinsamen Kommunikationsarchitektur und die Nutzung neuer Technologien – die Zukunft der Logistik und des Supply Chain Managements ist digital. Um langfristig konkurrenzfähig zu bleiben, müssen Unternehmen dabei die eigene IT-Sicherheitslage im Blick behalten. Mit Hilfe eines ganzheitlichen Supply Chain Risk Managements lassen sich auch die Risiken für Cyberangriffe stark minimieren. Wenn internes Know-how dafür nicht gegeben ist, lohnt in jedem Fall die Konsultation eines externen Experten. Denn Lieferkettenunterbrechungen tangieren häufig nicht nur die eigenen Abläufe, sondern auch die der Supply Chain Partner*innen – mit negativen Folgen für alle Beteiligten.

 

Sie möchten wissen, was ist zu tun, wenn Lieferketten ins Stocken geraten oder – wie etwa in der Corona-Krise – in bestimmten Regionen ganz abreißen? In unserem Beitrag „SCRM: Wie gut ist Ihr Notfallplan für Lieferketten-Störungen?“ erfahren Sie, wie Sie im Ernstfall schnell und effektiv reagieren können und hohe Ausfall-Kosten vermeiden.

In unserem Webinar Archiv bieten wir Ihnen darüber hinaus zwei Webinare zum Thema SCRM, die kostenlos zur Verfügung stehen. Erfahren Sie darin, wie Sie die Risikofelder in Ihrer Supply Chain erfolgreich identifizieren und wie Ihnen ein erfolgreicher Go-Live gelingt. Hier gelangen Sie zu den Webinaren, die in Kooperation mit dem Risikospezialisten riskmethods entstanden sind.

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2 Kommentare

Packager 25. Oktober 2019 - 10:30

Klasse Beitrag. Wenn man mal überlegt, dass man beim Paketversand in Deutschland auf dem Weg zu einem Volumen von 4 Milliarden Sendungen pro Jahr ist, dann wird es ohne Automatisierung gar nicht mehr gehen. Nur eben die Sicherheit darf auch nicht darunter leiden. Große Unternehmen können sowas in gewissem Maße zwar ausgleichen, aber das heißt ja nicht, dass es passieren muss. Danke!

Antworten
Redaktion 1. November 2019 - 16:41

Vielen Dank für Ihr positives Feedback. Das Risikomanagement ist in der Tat eine Feld, dass die Logistikbranche künftig stark bewegen wird – und worüber wir weiter berichten werden . Herzliche Grüße Ihr HSC-Blog Team

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