Mit Lean Logistik die Supply Chain optimieren

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Lean Logistik in der Supply Chain Bild: Pixabay / olafpictures

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Lean Management gilt in der Industrie als Standard zur effizienten Gestaltung der Wertschöpfungskette. Immer mehr Branchen wollen von dem „schlanken Management“ profitieren. Doch lässt sich der Ansatz, Werte ohne Verschwendung zu schaffen, auf die Logistikbranche übertragen? Welchen Mehrwert bietet Unternehmen Lean Logistik und wie lässt es sich umsetzen?

Erklärtes Ziel von Lean Management, wie man es aus der Industrie kennt, ist es, alle Methoden und Verfahren, die für die Wertschöpfung nötig sind, so aufeinander abzustimmen, dass überflüssige Prozesse vermieden und die gesamte Wertschöpfungskette effizient ausgestaltet ist: „Werte ohne Verschwendung schaffen“, so das Credo des Lean Management Ansatzes.

Lean Logistik – eine Definition

Bei Lean Logistik geht es, wie beim Lean Management auch, um die effiziente Ausgestaltung aller logistischen Prozesse. Erklärtes Ziel ist eine optimierte Supply Chain, die flexibel agiert und die die Minimierung der Verschwendung jeglicher Ressourcen forciert.

Für Unternehmen gilt es auf der einen Seite, aus Kundensicht dem Wunsch nach Effizienz, Pünktlichkeit und Transparenz nachzukommen. Auf der anderen Seite gilt es, das eigene Unternehmen profitabel und wettbewerbsfähig am Markt zu positionieren. Optimaler Weise vereint Lean Logistik beide Ziele in einem schlanken Prozess.

Lean Logistik – eine komplexe Aufgabe

Lean Management umfasst selbstredend nicht nur die Logistik. Vielmehr muss das Unternehmen gesamtwirtschaftlich betrachtet werden. Damit ein Bereich nicht zu Lasten der anderen verschlankt wird, ist der Lean-Ansatz ein komplexer Arbeitsauftrag für alle Bereiche: Produktion, Vertrieb, Einkauf und Logistik.

Das Unternehmen immer häufiger ihre logistischen Prozesse verschlanken möchten, ist nicht verwunderlich. Durch die enge Verbindung zur Produktion (sowohl als Kunde, als auch Dienstleister) ergeben sich zahlreiche Anknüpfungspunkte und Möglichkeiten zur Ressourcenschonung.

Vier Instrumente für die schlanke Logistik

Es gibt keine allgemein gültige Vorgehensweise für die Verschlankung von logistischen Prozessen. Lean Logistik ist vielmehr das Resultat der Nutzung verschiedener Instrumente und Ansätze. Diese reichen von strategischen Ansätzen bis hin zu operativen Maßnahmen. Wir stellen Ihnen vier verschiedene Instrumente vor, die an unterschiedlichen Punkten innerhalb der Lieferkette ansetzen und in der Gesamtheit eine deutliche Verschlankung zur Folge haben.

  1. Wertstromanalyse und Wertstromdesign: Bei der Wertstromanalyse wird der Ist-Zustand der gesamten Lieferkette erfasst – ausgehend vom Endkunden über die Produktion bis zu den Lieferanten. Auf Basis der Analyse wird ein Wertstromdesign ausgearbeitet. Es beschreibt, wie die aktuellen logistischen Prozesse künftig ausgestaltet sein sollen. Dabei wird ein Zustand angestrebt, bei dem nicht-wertschöpfende Prozesse minimiert bzw. eliminiert werden. Die für die Umsetzung erforderlichen Maßnahmen werden in einem Aktivitätenplan dokumentiert und Schritt für Schritt umgesetzt.
  2. Kanban: Kanban ist eigentlich eine Methode zur Verbesserung der Produktionsprozesssteuerung und orientiert sich in erster Linie an dem tatsächlichen Materialverbrauch am Standort. Kanban hat das Ziel die Wertschöpfungskette im Bereich der Fertigung- und Produktion zu optimieren und kostensensitiv zu steuern. Nach dem Pull-Prinzip werden die Materialien gemanagt und so die lokalen Bestände reduziert. Damit erinnert Kanban an den Demand-Driven Material Requirements Planning-Ansatz (DDMRP), mit dem Schwankungen innerhalb der Lieferkette minimiert und der Materialfluss stabilisiert werden soll. Kanban kann daher auch im logistischen Umfeld erfolgreich angewandt werden.
  3. Behälterstandardisierung: Standardisierte Behälter sollten mit einem guten Behältermanagement einhergehen. Gemeinsam können damit effizientere Abläufe durch eine verbesserte Behälteridentifikation, ein gutes Behältermonitoring sowie eine klare Zuordnung von Ware und Behälter realisiert werden. Dies führt in der Summe zu mehr Effizienz und verkürzt die Durchlaufzeiten.
  4. Schnittstellenanalyse: Ein Instrument zur Identifizierung von Störungen oder Engpässen des Informationsflusses liefert die Schnittstellenanalyse. Die Auswertung bietet Unternehmen Ansatzpunkte zur Optimierung der kommunikativen Prozesse und führt im Optimalfall zur Verschlankung dieser.

Selbstredend gibt es noch weitere Möglichkeiten, logistische Prozesse zu verschlanken. Unternehmen sollten daher eine Strategie ausarbeiten und genau wählen, an welchen Punkten ihrer Supply Chain sie ansetzen möchten. Unternehmensbereiche, die Lean Management bereits umgesetzt haben und leben, können die dort gesammelten Erfahrungen vorteilhaft einbringen.

Verschwendung vermeiden, Ressourcen schonen und Kosten senken – Lean Logistik birgt für Unternehmen eine Vielzahl positiver Effekte. Dieses Potential gilt es zu heben, um die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern und langfristig erfolgreich am Markt zu agieren.

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