Fünf Fallstricke beim Einstieg in den Global E-Commerce und wie Sie diese vermeiden

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Interview zum Zusammenspiel von SCM und dem Global E-Commerce

Bild: Pixabay/StockSnap

Immer mehr Onlinehändler möchten ihre Produkte auf dem ausländischen Markt anbieten und planen die Internationalisierung ihres Geschäfts. Im Rahmen einer Marktplatzintegration auf einer der Handelsplattformen ist dies heute leichter denn je. Dennoch gibt es viele Fallstricke, die Unternehmen daran hindern können, ihr Verkaufspotential voll auszuschöpfen. Wir sagen Ihnen, worauf Sie beim Einstieg in den globalen E-Commerce achten sollten.

Ob national oder international, der Onlinehandel boomt. Viele Händler wollen davon profitieren, doch leider verfügen nicht alle über die ausreichende Erfahrung oder Knowhow, mit der Folge, dass Unternehmen aufgrund vermeidbarer Fehler Wertschöpfungspotential verschenken und in der Folge ihre internationalen Aktivitäten wieder beenden.

Gewohnheiten der Käufer kennen

Unternehmen sollten die Internationalisierung ihres Geschäfts daher mit Bedacht angehen und vorab eine detaillierte Marktanalyse vornehmen. Denn nur wer die landestypischen Gewohnheiten seiner Zielgruppe kennt, kann diese von sich und seinen Produkten überzeugen und ihr ein optimales Einkaufserlebnis bieten.

Folgenden fünf Fehlerquellen sollten Unternehmen eine gesteigerte Aufmerksamkeit schenken:

1. Produktaufmachung

Händler sollten großen Wert auf die Qualität ihrer Bilder und Produktbeschreibung legen. Letztere sollte stets in der Landessprache, fehlerfrei und den Bedürfnissen der Zielgruppe angepasst sein. Während deutsche Kunden positiv auf Gütesiegel und Zertifikate reagieren, sind diese auf dem weiteren europäischen Binnenmarkt noch eher unbekannt. Chinesische Kunden erwarten hingegen sehr detaillierte Produktbeschreibungen, die weit über europäische Maßstäbe hinaus gehen. Inhaltlich sollten nicht nur die Herstellerinfos wieder gegeben werden, zusätzliche Informationen, die auf die Interessen und Bedürfnisse der Kunden zugeschnitten sind, zahlen sich aus.

Online-Käufe werden darüber hinaus zunehmend von mobilen Endgeräten aus getätigt. In China kaufen bereits neun von zehn Konsumenten über mobile Devices ein und auch in Europa steigt der Anteil der „Mobile-Shopper“ stetig. Produktbilder und Shop sollten daher stets für die mobile Darstellung aufbereitet sein.

2. Zahlsysteme

Wer einen eigenen Onlineshop eröffnen will, ist gut beraten mit einem Dienstleister zu kooperieren, der mit den landestypischen Zahleigenschaften vertraut ist. Selbst in Europa ist der Markt für Zahlarten überaus heterogen: Während in Deutschland und Frankreich beispielsweise gerne per PayPal bezahlt wird, ist PayPal in der Schweiz oder Österreich weniger gefragt. Und auch die Zahlung per Scheck, wie sie noch gerne in Frankreich praktiziert wird, ist für viele Europäer längst aus der Mode. In China führt schließlich kein Weg an Alipay und Wechat vorbei, wer diese Zahlmethoden nicht anbietet, wird keinen Erfolg haben.

Darüber hinaus sollten Maßnahmen zur Betrugserkennung eingeleitet werden. Nichts schadet Unternehmen mehr, als wenn Sie auf lange auf Zahlungen warten müssen oder diese gar nicht verbucht werden.

Der Druck verringert sich erheblich, wenn Unternehmen über einen Marktplatz wie z.B. Tmall in China in den internationalen Handel einsteigen. Marktplätze geben in der Regel die landestypischen Bezahlarten oder Systeme vor und bieten darüber hinaus die transparente Ausweisung von Gebühren wie Zoll, Steuern und Co mit an.

3. Lieferzeiten

So unterschiedlich die Ansprüche der Europäer im Hinblick auf die Zahlungssysteme sind, so einig sind sie sich, was den Versand angeht: Lange Lieferzeiten sind ein Ausschlusskriterium. Doch während Europäer Lieferzeiten von ein bis maximal drei Werktagen gewöhnt sind, tolerieren chinesische Kunden auch eine längere Versanddauer. Nichtsdestotrotz, sollten Lieferzeiten von 14 Tagen nicht überschritten werden. So ist für Tmall-Händler eine Lieferzeit von maximal 14 Tagen obligatorisch.

4. Retouren

Retouren sind für jeden Händler Teil des Geschäfts. Im Global E-Commerce müssen Unternehmen jedoch vorab viele Fragen grundsätzlich klären, bevor eine Handlungsstrategie ausgearbeitet werden kann. Welche Rechte haben Verbraucher im Zielland? Welche Fristen sind einzuhalten? Welche Regelungen gelten hinsichtlich geöffneter Verpackungen, anprobierter Ware etc.? Eine Zusammenarbeit mit einem Dienstleister kann hier sinnvoll sein, um das Retouren Management kostensensitiv zu realisieren. Logistikdienstleister sind längst darauf eingestellt und bieten Händlern entsprechende Lösungen an.

5. Datenmanagement

Ein weiterer wichtiger Punkt, ist die Frage nach dem Datenschutz bzw. dem Datenmanagement. Spätestens seit Inkrafttreten der DSGVO sollte Händlern klar sein, wie komplex das Thema ist. Händler, die ihr Geschäft internationalisieren möchten, dürfen jedoch aufatmen: Im außereuropäischen Ausland sind die Vorgaben in der Regel wesentlich lockerer, als es auf dem europäischen Markt der Fall ist. Ein gutes Datenmanagement sollten Unternehmen dennoch betreiben, sonst können die unterschiedlichen Adressformate und Systeme zu Verwirrung und letztlich zu Unzufriedenheit der Käufer führen, wenn ihre Waren nicht planmäßig ankommen.

Marktplätze können die Komplexität der genannten Fehlerquellen sicherlich abmildern, ausschalten können sie diese jedoch nicht in Gänze. Händler, die ihren Einstieg in den Global E-Commerce planen, sind daher gut beraten, ihren Einstieg sorgfältig und gewissenhaft vorzubereiten.

 

 

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