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Payment im E-Commerce: So zahlen E-Shopper in China und in den USA

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Payment Global E-Commerce

Bild: Pixabay/rawpixel

Die Zusammenstellung von Payment-Angeboten ist insbesondere beim Handel im Ausland wichtig. Anhand der Praxisbeispiele Payment in den USA und Payment in China zeigen wir Ihnen, warum es sich lohnt, mit Dienstleistern vor Ort zu kooperieren. Und warum Händler bei diesem Thema verstärkt auf lokale Kundenbedürfnisse und weniger auf Trends setzen sollten.

Die Payment-Welt mit ihrer Vielzahl an Zahlungsmöglichkeiten kann deutsche Online-Händler schon auf dem heimischen Markt herausfordern. Wer den Schritt auf globale E-Commerce-Märkte wie China oder USA wagt, muss sich dem Thema noch tiefgehender widmen. Wie gelingt es, das Vertrauen der lokalen Verbraucher in Bezug auf Bezahlung zu gewinnen? Chinesische und US-amerikanische Konsumenten haben eines gemeinsam: Sie kaufen leidenschaftlich gern im Internet ein und sie haben hohe Ansprüche – unter anderem an Bezahlarten.

Deutsche Händler sollten dies für ihren wirtschaftlichen Erfolg nutzen. Denn: Wer lokale Präferenzen bedient, der vermeidet, dass Kunden den Bestellprozess kurz vor der Kasse abbrechen. Gewohnte Zahlungsformen können das Kundenvertrauen in einen Web-Shop fördern, weil sie ein sicheres Online-Einkaufserlebnis suggerieren. Als Händler lohnt es sich daher, genau hinzuschauen und gegebenenfalls mit Dienstleistern vor Ort zu kooperieren, um den richtigen Payment-Mix für alle Vertriebswege zusammenzustellen.

Mobile Payment: Chinas populärste Zahlweise

Was in Deutschland noch als Zukunftsszenario gilt, ist aus dem Reich der Mitte längst nicht mehr wegzudenken: Mobile Payment ist im Leben der chinesischen Verbraucher allgegenwärtig. Nicht nur im E-Commerce oder im Supermarkt werden Zahlungs-Apps genutzt, sogar auf dem Wochenmarkt zahlen Konsumenten mobil über QR-Codes. Laut eines Jahresberichts des Marktforschers Ipsos lag das geschätzte jährliche Transaktionsvolumen für mobile Zahlungen von Drittanbietern in der Volksrepublik China im Jahr 2018 bei 152,77 Billionen RMB, was rund 20,35 Billionen Euro entspricht. Chinesische Verbraucher bevorzugen für ihre online- und offline-Einkäufe vor allem Alipay und WeChat Pay, die Bezahl-Apps der Internetgiganten Alibaba und Tencent. Zusammen deckten sie 2018 rund 93 Prozent des gesamten mobilen Zahlungsverkehrs ab. Auch Union Pay, Chinas einzige Kreditkartenorganisation, bietet mit Quick Pass eine mobile Bezahllösung, die im Dezember 2018 bereits von 190 Millionen Nutzern genutzt wurde.

Dabei wurden innovative Bezahlweisen im Reich der Mitte bis vor wenigen Jahren kritisch gesehen: Sie bildeten einen Gegensatz zu Chinas bürokratischem Bankapparat, bei dem selbst einfache Transaktionen durch mehrere Hände gehen. Wodurch hat sich diese Einstellung geändert? Wesentlich zur Beliebtheit von Alipay und Co beitragen, konnten die großen Handelsplattformen von Alibaba oder JD.com, die von Kunden als vertrauenswürdig eingestuft werden. Als regulierter Finanzdienstleister vergibt Alipay unter anderem Konsumentenkredite, was Kunden weiter an die Bezahlform bindet. Begünstigt wurde die wachsende Akzeptanz der Zahlungsdienste zudem durch die Tatsache, dass nur wenige chinesische Verbraucher einen Desktop-Computer besitzen. Die Mehrheit nutzt das Smartphone für alle Bereiche des mobilen Lebens, auch für Finanzen.

Zahlungsdienste erleichtern Cross-Border E-Commerce in China

Die Bezahlung via Alipay und WeChat Pay ist seit einigen Jahren auch für ausländische, sprich: deutsche Unternehmen verfügbar, die auf dem chinesischen E-Commerce-Markt vertreten sind, aber keine Niederlassung im Reich der Mitte haben. Vorher waren die mobilen Bezahldienste auf inländische Transaktionen begrenzt. Mittlerweile können Unternehmen WeChat Pay aktivieren und mit dem WeChat-Shop, Apps und der eigenen Website verknüpfen. Das grenzüberschreitende WeChat-Zahlungskonto stellt eine Verbindung mit dem Bankkonto des deutschen Unternehmens her und rechnet die Umsätze in Euro ab, während chinesische Konsumenten bequem in ihrer Landeswährung RMB zahlen. Um den Kauf abzuschließen, geben Verbraucher lediglich einen PIN-Code ein oder scannen ihren Fingerabdruck.Für ausländische Unternehmen kann jedoch schon das Einrichten von Accounts eine Herausforderung sein. Wer einen Serviceanbieter sucht, wird fündig: Von Alibaba, Tencent und Union Pay autorisierte Bezahldienstleister bieten zugeschnittene Cross-Border Lösungen für ausländische Händler, die sich auf eigene Kernkompetenzen konzentrieren wollen.

Kartenmentalität in den USA

Anders als chinesische Verbraucher favorisieren US-amerikanische Online-Shopper vor allem Zahlungsarten, die ihnen seit langem bekannt und vertraut sind. Die Debitkarte, bei deren Nutzung das Konto direkt belastet wird, lag im Juni 2018 mit 37 Prozent auf Platz eins der bevorzugten Zahlungsmethoden von US-Internetbenutzern, gefolgt von Bargeld (28 Prozent) und Kreditkarten (20 Prozent). Das zeigt die Studie „Health of Cash 2018″, die der unabhängige Geldautomaten-Betreiber Cardtronics in Zusammenarbeit mit den Datenanalysten von Edelman Intelligence herausgegeben hat. Viele Verbraucher besitzen gleich mehrere Bankkarten und nutzen sie regelmäßig für Interneteinkäufe. Im stationären Einzelhandel wird selbst für eine Flasche Cola die Bankkarte gezückt. Die Idee der Kundenbindung über Reward-Programme ist aufgegangen: US-Verbraucher nutzen ihre Karten auch deshalb besonders gern, weil sie damit Rabatte beim Einkaufen, für Hotelübernachtungen oder Flugreisen sammeln. Deutsche Händler sollten sich in den USA auf die verbreitete Kartenmentalität einlassen und den passenden Zahlungsmix zusammenstellen. Die Wahl zu haben, ist Teil der amerikanischen Lebensweise – die meisten US-Verbraucher möchten je nach Zahlungsanlass selbst entscheiden, welche Payment-Methode sie nutzen.

Weniger beliebt in den USA: Mobile Wallets und Bezahl-Apps

Digitale Zahlungsarten wie PayPal, Apple Pay oder Samsung Pay, aber auch storebezogene Zahlungsweisen wie Walmart Pay nehmen in der „Health of Cash 2018″-Studie nur 13 Prozent ein. Mobile Payment wird von den meisten US-amerikanischen Verbrauchern bislang nicht bevorzugt. Und dass, obwohl es die dahinterstehenden US-Konzerne schon länger als Alipay und Co. gibt. Ein Grund dafür mag die Bankinfrastruktur in den USA sein, die Konsumenten – anders als in China – schon länger verschiedene Zahlungsvarianten bietet.

Mit dem wachsenden Anteil von Online-Käufen, die über Smartphones laufen, wird Mobile Payment aber vor allem bei jüngeren US-Verbrauchern immer beliebter. Dies sollten deutsche Händler im Blick behalten. Denn Online-Shopper in den USA schreiben gern Rezensionen. Wenn deutsche Unternehmen die lokal verankerten Zahlungsgewohnheiten nicht anbieten, gehen sie das Risiko ein, entsprechende Reaktionen zu erhalten und in der Folge Kunden zu verlieren.

Mobile Payment in den USA fördern

Die Akzeptanz des mobilen Zahlungsverkehrs wird in den USA auf verschiedene Weise gefördert. So kommen Verbraucher etwa verstärkt beim öffentlichen Nahverkehr mit neuartigen Payment-Arten in Kontakt. Laut e-marketer.com, einem Marktforscher für digitales Marketing, digitalen Vertrieb und digitale Trends, wird bargeldloses Zahlen bereits an Nahverkehrsbahnhöfen von großen Metropolregionen wie New York, Philadelphia oder Chicago angeboten – oder ist dort geplant. Auch der stationäre Einzelhandel möchte seinen Verbrauchern mobile Zahlungsarten näherbringen: Die Kaffeehauskette Starbucks lockt schon länger mit einem App-gesteuerten Treueprogramm, Einzelhändler wie Target oder Walmart setzen auf ähnliche Konzepte.

Fazit

Wichtig ist nicht unbedingt, wie innovativ eine Payment-Lösung ist, sondern welchen Stellenwert sie bei Verbrauchern einnimmt. Technologien verändern sich weitaus schneller als menschliche Vorlieben und Gewohnheiten. Wie das Beispiel China zeigt, können jedoch große Einkaufsplattformen, die neue Bezahlformen optional anbieten, zur Etablierung und Akzeptanz beitragen. Dies zeichnet sich auch in den USA ab. Ein Beispiel dafür ist Amazon Pay: Mit dem Bezahldienst können Online-Shops weltweit das vertraute Kauferlebnis einer Marke ermöglichen, die ihren Kunden bekannt ist und der sie vertrauen. Ein großer Pluspunkt: Denn was für chinesische und US-amerikanische Kunden vor allem zählt, ist ein sicheres, schnelles und bequemes Einkauferlebnis – auf den digitalen Marktplätzen, in den Ladengeschäften des Einzelhandels und in China auch weit darüber hinaus.

Die vollständige Studie „Health of Cash 2018“ von Cardtronics können Sie hier kostenfrei herunterladen.

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