So reduzieren Sie die Folgen des Bullwhip-Effekts auf Ihre Lieferkette

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Bullwhip-Effekt

Foto: pixabay / Bru-nO

Der Bullwhip-Effekt oder auch Peitscheneffekt gefährdet mehrstufige Lieferketten und kann zu Lieferengpässen und erhöhten Lagerbeständen führen. Wir erklären Ihnen, wie Sie die Folgen des Effektes auf Ihre Lieferkette reduzieren und Kosten sparen.

Was ist der Bullwhip-Effekt?

Ziel aller in einer Lieferkette involvierten Parteien ist es, die Kosten für die Beschaffung, Lagerhaltung etc. so gering wie möglich zu halten. Dazu kommt der Wunsch nach Unabhängigkeit von den Lieferkettenpartnern und einer starken Position innerhalb der Supply Chain, um sich erfolgreich am Markt zu behaupten. Der Bullwhip-Effekt (oder auch Peitscheneffekt) ist ein Phänomen mehrstufiger Lieferketten. Er beschreibt den Prozess, der lostritt, wenn sich die Nachfrage beim Endkunden (dem Peitschenhalter) ändert und diese Schwankungen mit wachsendem Ausschlag an die Lieferanten und schließlich die Produzenten weiter gegeben werden. Bereits geringe Veränderungen können sich auf diese Art und Weise zu großen Kapazitätsschwankungen aufpeitschen.

Ursachen für den Peitscheneffekt

Bei mehrstufigen Lieferketten handelt es sich um ein komplexes und ebenso dynamisches System. Der Bullwhip-Effekt kommt in erster Linie zum Tragen, wenn die Lieferkettenpartner nicht miteinander kommunizieren und jeder Akteur seine Situation nach dem ihm vorliegenden Kenntnissen optimiert. Dabei geht der Blick auf die gesamte Lieferkette verloren – zum Schaden aller Beteiligten.

Die Schwankungen fallen umso stärker aus, desto weiter der Lieferant oder Produzent vom Endkunden entfernt ist. Der Händler optimiert seine Bestellung beim Zulieferer unter Berücksichtigung von Lieferzeiten und -kosten, Mengenrabatten etc. Er wartet ab, bündelt seine Aufträge und versucht so, seine Kosten zu senken. Durch die Auftragsverzögerung fällt es den anderen Akteuren schwer, ihren Bedarf zu kalkulieren: Die Prognosen werden ungenau. Da Engpässe ebenfalls einkalkuliert werden, kommt es darüber hinaus zu einer erhöhten Bestellmenge. Jeder Akteur möchte seine Lieferfähigkeit sicherstellten, weswegen sich der Effekt der erhöhten Bestellmenge verstärkt und potenziert. Schlussendlich werden Mengen produziert, für die es keine Abnehmer gibt.

Beim Bullwhip-Effekt bestimmt die Dynamik der Lieferkette das Verhalten der beteiligten Akteure. Ziel muss es daher sein, die Kontrolle zurückzugewinnen und die Lieferkette aktiv zu gestalten. Gänzlich verhindern lässt sich der Bullwhip-Effekt nicht, Unternehmen können die Folgen jedoch signifikant eindämmen und dadurch Kosten einsparen.

Lösung: Kooperation und Transparenz in der Supply Chain

Über- und Unterkapazitäten lassen sich nur durch eine enge Kooperation zwischen den beteiligten Lieferketten-Partnern vermeiden. Der Informationsaustausch zwischen Vertrieb, Planung, Einkauf und Logistik über die gesamte Supply Chain hinweg führt zu einer deutlich verbesserten Interpretation der Vorgänge und optimiert die Prognosefähigkeit. Arbeiten alle beteiligten Parteien transparent zusammen, z.B. durch die Verwendung einer ERP-Cloud, führt das zu einem verbesserten Warenfluss.

Voraussetzung für die Kollaboration mit den Lieferkettenpartnern ist jedoch eine weitreichend transparente Lieferkette im eigenen Unternehmen. Die Nutzung eines SCM-Systems kann die Übersicht über die einzelnen Prozessschritte verbessern und bietet transparente Steuerungsmöglichkeiten. So können Unternehmen z.B. klar identifizieren, welche Ware sofort benötigt wird oder ob die Ware in einem Pufferlager zwischengelagert werden soll. Ein integriertes Ordermanagement hilft darüber hinaus klar nachzuvollziehen, wann die georderte Ware produziert und verschifft wird. Fehlplanungen können auf diese Weise bereits intern minimiert und die Lagerbestände realistisch angepasst werden. Das kommt schließlich allen Lieferkettenpartnern zugute, schafft Planungssicherheit und spart Kosten.

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