Singles Day 2018: „Die Anforderungen steigen“

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Singles Day 2018 - Interview

Bild: Hermes International

Auch in diesem Jahr brach das E-Commerce-Event Chinas wieder alle Umsatzrekorde: Allein der Online-Gigant Alibaba steigerte seinen Umsatz um 27 Prozent auf 27,7 Milliarden Euro innerhalb von 24 Stunden. Deutschland stand in diesem Jahr hinter Japan, den USA, Südkorea und Australien auf Platz fünf der umsatzstärksten Verkaufsländer. In der Folge traten nun tausende Pakete ihre Reise in das Reich der Mitte an.
Ein logistischer Kraftakt, den das Team rund um Christian von Papen, Head of World Parcel Operations bei Hermes International, einem Geschäftsbereich von Hermes Germany, erfolgreich meisterte.

Wir sprachen mit Christian von Papen, der seit Jahren fester Bestandteil des Organisationsteams „Singles Day“ ist, über den diesjährigen Ausnahmezustand, seine Auswirkungen auf die Logistik und den Möglichkeiten eines Markteintrittes in China.

Dies ist der zweite Teil eines Features zum Singles Day 2018. Alle Zahlen und Fakten zum 11/11 finden Sie in unserem Beitrag „Singles Day 2018: Deutsche Waren auf Platz 5“.

Herr von Papen, Sie sind bereits seit mehreren Jahren in die Planung rund um den 11/11 involviert. Welche Entwicklung können Sie beobachten?

Generell beobachten wir, dass die Anforderung sowohl im Hinblick auf die Laufzeiten, als auch den angebotenen Service fortlaufend steigen. Auch die Anforderungen an die Verpackung sowie die Daten, die wir bereitstellen müssen, steigen fortlaufend. Hatten wir vor drei Jahren noch gar keine KPI (Key Performance Indicators) zu Double 11, wurden diese im Vergleich zu 2017 diesmal leicht erhöht.
Insgesamt kamen wir auf ca. 80.000 Bestellungen für unsere Kunden. Damit einher gingen 15.000 bis 25.000 Pakete pro Tag am Standort Frankfurt. Für dieses Volumen buchten wir bereits 230 Tonnen (oder ca. 80 Maindeck-Bleche) vor, um das Volumen erfolgreich abzufedern. Erstmals gab es keinen Unterschied mehr zwischen einem normalen Tag und der 11/11-Peak. Das lag auch daran, dass das Servicelevel bei Cainiao – ein zur Alibaba Group gehörendes Logistikunternehmen und Partner von Hermes International in China – dieses Jahr gestiegen ist.

Bild Hermes International

Christian von Papen, Head of World Parcel Operations bei Hermes International.

Können Sie das näher ausführen? Was bedeutet das konkret?

Gerne. Im Detail bedeutet das, dass der Singles Day behandelt wurde, wie jeder andere Tag auch. De facto ist das natürlich nicht der Fall, Double 11 bedeutet für uns einen riesigen Mehraufwand, da wesentlich mehr Menge in sehr kurzer Zeit bearbeitet werden muss.
Wir als Logistikdienstleister hatten jedoch nicht mehr Zeit als im normalen Tagesgeschäft, um die Waren zu verschicken. Eine detaillierte Vorbereitung ist hier natürlich das A und O. Die Händler haben darüber hinaus rechtzeitig den Verkauf beendet, was auch dazu geführt hat, dass die Warenmenge insgesamt leicht gefallen ist. Auf diese Weise konnte das Servicelevel eingehalten und die Waren pünktlich abgefertigt werden.

In diesem Jahr haben Sie ein neues Lager direkt am Frankfurter Flughafen bezogen, um die Waren noch schneller abfertigen zu können. Was war der Anstoß zu diesem Wechsel und welche Effekte gehen damit einher?

Mit dem gezielten Wechsel wollten wir die Prozesse beschleunigen und interne Konsolidierungseffekte heben. Wir sehen aktuell, wie viele Vorteile die neue Fläche bietet: Die Tatsache, zwei Scan-Anlagen am Standort nutzen zu können, ermöglicht uns beispielsweise eine wesentlich flexiblere und schnellere Abfertigung.

Für den Singles Day 2017 musste das Lager nicht nur personell, sondern auch maschinell aufgestockt werden. So wurde auf Dreischichtbetrieb umgestellt und Sie verlängerten die Zu- und Ablaufbänder in der Packstraße, um den Mengen gerecht werden zu können. Wie sah die Vorbereitung auf das Ausnahme-Event in diesem Jahr aus? Welche Learnings aus 2017 konnten Sie dabei nutzen?

Wir sind mit unseren Anlagen aus London und Kelsterbach (bei Frankfurt) in die Cargo City am Frankfurter Flughafen gezogen. Durch diese Zusammenführung standen uns, wie bereits angesprochen, zwei Scan-Anlagen zur Verfügung. Auf der neuen Fläche konnten wir diese noch effektiver anordnen und nutzen. Gleichzeitig haben wir die Halle mit W-Lan ausgestattet, wodurch wir auf der ganzen Fläche flexibel arbeiten konnten. Zusätzlich haben wir unsere Planungen zu Personalstärke, Schichten und anderen Prozessen frühzeitig gestartet, um die Singles Day-Peak optimal abfedern zu können.
Denn bei der ganzen Event-Planung darf nicht vergessen werden, dass das Alltagsgeschäft weiter geht und wir allen Kunden, auch in dieser Ausnahmesituation, einen gleichbleibend guten Service bieten möchten. Das ist natürlich eine Herausforderung, der wir uns jedoch wieder erfolgreich gestellt haben.

Im vergangenen Jahr fertigte Hermes International im Schnitt 20.000 Pakete pro Tag ab. Haben Sie bereits Zahlen für den diesjährigen Singles Day? Von welchen Steigerungsraten gehen Sie aus?

Obwohl die Auftragszahl insgesamt leicht gesunken ist, sehen wir steigende Paketgrößen. Babynahrung wie Aptamil wurde beim diesjährigen Singles Day zum Beispiel wieder sehr erfolgreich verkauft.
Bezüglich der Abwicklung auf der Fläche können wir aktuell nur wenige valide Zahlen nennen: Am 15. November fertigten wir zum Beispiel allein am Standort Frankfurt 22.000 Pakte in 24 Stunden ab. Wir rechnen jedoch damit, dass der 14. November, was den Wareneingang betrifft, der stärkste Tag des Singles Day 2018 war.

Ist der chinesische Markt für internationale Markenprodukte bereits gesättigt? Für welche Branchen ist der Einstieg in den chinesischen Markt noch interessant?

Generell ist der chinesische Markt noch nicht gesättigt. Im Gegenteil. Mit der Erhöhung der Freigrenzen, sehen wir in China eine wachsende Nachfrage auch nach hochwertigen Luxusgütern. Der Markt wuchs hier zuletzt bereits stark an. Wir rechnen für die Zukunft daher zunehmend mit einer Erweiterung der angebotenen Produktpalette.

Wie unterstützen Sie Ihre Kunden beim Einstieg und dem Handel im Reich der Mitte?

Wir bieten unseren Kunden einen Full Service E-Commerce und damit eine große Bandbreite von Beratungs- und Serviceleistungen: Neben unterschiedlichen Logistiklösungen, beraten wir unsere Kunden detailliert zu Markteinstiegskonzepten und möglichen Plattformen. Darüber hinaus bieten wir auch Unterstützung im Bereich Warehousing und helfen bei Zollfragen.

Herr von Papen, wir danken Ihnen für das Gespräch.

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