CILF 2018 – „Es wird viel Bewegung geben“

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Hermes International bei der CILF 2018

Bild: Hermes International

Bereits zum dreizehnten Mal fand vom 11. bis 13. Oktober die International Logistics and Transportation Fair (CILF) in Shenzhen (China), nahe Hongkong statt. Zirka 1.800 Austeller aus mehr als 50 Ländern trafen sich bei der Fachmesse für Supply Chain Management, Transport und E-Commerce.

Hermes International, ein Geschäftsbereich der Hermes Germany, war als Aussteller im Reich der Mitte. Dort galt es auch, die Themen eines E-Commerce-Workshops zu vertiefen, der vor einigen Wochen unabhängig von der Messe, mit 20 Teilnehmern aus China und Europa in Deutschland stattgefunden hatte. Wir sprachen mit Bardo Lehmann-Tolkmitt, Head of International Parcel Sales bei Hermes International, über den Global E-Commerce, weltweite Lieferketten und die Herausforderungen der Zukunft.

Herr Lehmann-Tolkmitt, warum hat sich Hermes International für die Teilnahme an der CILF entschieden? Warum war es so wichtig, in Shenzhen präsent zu sein?

Zum einen war es eine gute Möglichkeit, die Teilnehmer unseres im Vorfeld umgesetzten E-Commerce-Workshops wiederzusehen. Wir konnten vor Ort die bereits angesprochenen Themen vertiefen und die gute Beziehung weiter festigen.

Zum anderen hat sich die CILF in den letzten Jahren nicht nur zu einer sehr interessanten Messe für den Bereich E-Commerce entwickelt. Der Austragungsort Shenzhen, genauer gesagt der Großraum Shenzhen/Guangzhou/Hong Kong, ist in China darüber hinaus der „Hotspot“ für den E-Commerce. Für Hermes International war es deshalb wichtig, vor Ort zu sein und Kontakte zu potentiellen Kunden zu knüpfen.

Wie unterstützt Hermes International Unternehmen im globalen E-Commerce, speziell beim Markteintritt und dem Handel mit China?

Bardo Lehmann-Tolkmitt Hermes International

Bardo Lehmann-Tolkmitt, Head of International Parcel Sales bei Hermes International.

Die Hermes Gruppe ist seit Jahrzehnten auf dem chinesischen Markt präsent. War das Reich der Mitte ursprünglich ein reiner Sourcing-Markt, hat sich China in den letzten Jahren zunehmend zu einem interessanten Consumer-Markt mit hoher Kaufkraft entwickelt.

Dementsprechend bietet Hermes International Unternehmen einen Full-Service im Bereich E-Commerce: Wir unterstützen unsere Kunden vollumfänglich von der Marktplatzintegration über Warehousing und Logistiklösungen (sowohl „to China“ als auch „to Europe“) bis hin zu allen Steuer- und Zollfragen. Wir bieten unseren Kunden ganzheitliche Lösungen an, um die Herausforderungen des Global E-Commerce erfolgreich zu meistern.

Was waren aus Ihrer Sicht die prägenden Themen auf der CILF 2018?

Die Messe deckt eine ganze Bandbreite interessanter und relevanter Themen ab. Ein sehr dominantes Thema war beispielsweise die Wiederbelebung der Seidenstraße bzw. die chinesische Initiative „One Belt, One Road“ – ein gigantisches Infrastrukturprojekt zur Intensivierung der wirtschaftlichen Verflechtungen zwischen China einerseits und Europa, Afrika sowie dem Rest Asiens andererseits. Wir haben uns in diesem Jahr jedoch auf den Bereich Global E-Commerce nach Europa konzentriert.

Welchen Herausforderungen sieht sich der globale Handel aktuell gegenüber?

Der Global E-Commerce ist einer der Kern-Treiber des globalen Logistikmarktes. Die Wachstumsraten sind nach wie vor stark. Die Kundenanforderungen und Erwartungen hinsichtlich der Laufzeiten, der Visibility und Qualität steigen jedoch ebenfalls.

Darüber hinaus hat der aktuelle Handelsstreit zwischen den USA und China bereits zu Auswirkungen auf Seiten der Logistik geführt. Der Brexit wird ebenfalls für größere Verwerfungen sorgen, sollten nicht zeitnah praktikable Lösungen gefunden werden. Die Zeit wird zeigen, welche Folgen die weltpolitischen Geschehnisse auf die Branche haben werden. Eine Abschottung der Märkte wäre jedoch nicht nur schlecht für den weltweiten Handeln, sondern schlussendlich auch zum Nachteil für die Konsumenten.

Die Lieferketten spannen sich längst um den ganzen Globus. Welchen Stellenwert nimmt vor dem Hintergrund die Logistik ein?

Dort wo es möglich ist, kann man lokal sourcen. Für alle Waren und Produkte, bei denen dies nicht möglich ist, spielt die Logistik eine zentrale Rolle und kann wettbewerbsentscheidend sein.

In Europa wächst derzeit das Interesse vieler (auch kleinerer) Unternehmen, den Eintritt in den chinesischen Markt z.B. über Plattformen wie Tmall Global zu wagen. Im Gegenzug treiben auch immer mehr chinesische Händler Handel in Europa und auch Alibaba plant eine Europa-Offensive. Wie ist Ihre Einschätzung dazu?

Wenn man von den reinen Wachstumsraten liest, sind die Zahlen schon sehr beeindruckend und das Potential ist selbstredend enorm. Allerdings ist der Online-Verkauf von Waren in Übersee keine simple Dienstleistung. Hier braucht es fundiertes Knowhow und ein weitläufiges Netzwerk. Manche Unternehmen unterschätzen, welcher Aufwand (und langer Atem) notwendig ist, um auf einem Markt wie China erfolgreich Fuß zu fassen. Durch die Nutzung von Marktplätzen sowohl in China als auch in Europa wird es in der nächsten Zeit jedoch viel Bewegung geben und definitiv spannend bleiben.

Welche Learnings nehmen Sie aus Shenzhen mit?

Die Teilnahme an der Messe hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig es ist, vor Ort präsent zu sein. Dadurch können wir Entwicklungen, die z. T. deutlich schneller ablaufen können als bei uns, wesentlich besser einschätzen. Zudem ist der persönliche Kontakt zu den Kunden vor Ort sehr wichtig, um erfolgreiche Geschäftsbeziehungen eingehen zu können. Die Relevanz von Muttersprachlern im Team ist dabei hoch. Ohne lokale Sprachkenntnisse ist in China eine langfristig erfolgreiche Geschäftsentwicklung nach wie vor schwierig.

Herr Lehmann-Tolkmitt, vielen Dank für das Gespräch.

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