Erfolgsfaktor Transparenz: Vier Tipps für Ihre Supply Chain

SC-Transparenz Tipps

Unsplash/Jared Murray

Lieferketten in Echtzeit abbilden und dadurch die Planung optimieren: Transparenz in der Supply Chain gilt als zentraler Wettbewerbsfaktor – insbesondere in Zeiten von Corona.

Dank moderner Technologien sind Logistikentscheider theoretisch in der Lage, schnell zu reagieren, um Lieferkettenstörungen oder geschäftsbedrohende Ausfälle zu vermeiden. Doch agieren viele Unternehmen noch zögerlich, wenn es um die konkrete Umsetzung digitaler Strategien zur Erhöhung der Transparenz geht.

Eine aktuelle Studie des Beratungsunternehmens PwC bestätigt, dass Unternehmen, die über eine transparente und anpassungsfähige Lieferkette verfügen, agiler und flexibler auf Corona-bedingte Engpässe sowie Verzögerungen reagieren können, als ihre Wettbewerber, die bisher weniger in die Digitalisierung ihrer Supply Chain investiert haben.

Vorteile einer transparenten Supply Chain nutzen

Viele Logistikentscheider sind sich darüber hinaus der Vorteile einer transparenten Lieferkette bewusst: Sie erhoffen sich eine höhere Lieferqualität, die Möglichkeit der schnellen Schadensbegrenzung im Störungsfall oder insgesamt effizientere Betriebsabläufe.

Verschiedene Studien, darunter die der Unternehmensberatung Emporias und das 6. Hermes-Barometer, belegen jedoch: Die Mehrheit der Unternehmen schöpfen die technologischen Möglichkeiten in puncto Supply Chain Transparenz bisher kaum aus. Als zentrale Hindernisse werden eine unzureichende Datenverarbeitung sowie die fehlende Vernetzung mit den beteiligten Lieferanten und Handelspartnern genannt. Hier gilt es anzusetzen.

Maximale Transparenz durch Kooperation

Mit der Entscheidung, die eigene Lieferkette transparent auszugestalten, sehen sich Entscheider einer großen Herausforderung gegenüber. Denn Unternehmen können nur den Abschnitt der Supply Chain gestalten, der in dem eigenen Verantwortungsbereich liegt. Soll die gesamte Supply Chain transparenter werden, sind Entscheider demnach maßgeblich von der Kooperation ihrer Handelspartner abhängig.

Für Unternehmen, die ihre Lieferkette in ihrer Gesamtheit transformieren möchten, ist es daher ratsam, den Schulterschluss mit den wichtigsten Kooperationspartner zu suchen.

Geeignete IT-Infrastruktur schaffen

Unabhängig davon, ob Unternehmen einzelne Abschnitte oder ihre gesamte Lieferkette transformieren möchten, müssen digitale Lösungen identifiziert und passende Technologien eingesetzt werden.

Grundvoraussetzung ist ein hoher Digitalisierungsgrad der Prozesse. Dieser muss nicht immer mit einem hohen Investitionsaufwand verbunden sein: Immer mehr Unternehmen nutzen die Option der Software-as-a-Service (SaaS). Hierfür bieten externe IT-Dienstleister die passende Infrastruktur oder spezielle SCM-Software auf zentralen Servern an. Da Systeme oftmals modular aufgebaut sind, können Software und Cloud-Dienste je nach Nutzungsdauer- und Aufkommen abonniert werden.

Die Vorteile: Unternehmen müssen die oft komplexe Infrastruktur weder bereitstellen, noch warten. Auch die Sicherheitsstandards der angebotenen IT-Lösungen sind in der Regel leistungsstärker als interne Sicherheitslösungen. Zudem ist die (nachträgliche) Integration weiterer Akteure ohne größeren Aufwand möglich, so dass alle Lieferkettenpartner unabhängig von ihrer eigenen IT-Infrastruktur eingebunden werden können. Dies spart Zeit und Kosten bei der Implementierung und ermöglicht einheitliche Sicherheitsstandards.

Darüber hinaus kann die Nutzung einzelner Technologien sinnvoll und effizienzsteigernd sein: Während sich in der Lagerhaltung beispielsweise die Nutzung von RFID-Tags durchgesetzt hat, ermöglicht der neue Mobilfunkstandard 5G dank Echtzeitdatenübermittlung, den steigenden Anforderungen an das Tracking und Tracing gerecht zu werden.

Sicherheit erhöhen – Vertrauen schaffen

In der Vergangenheit waren vor allem Sicherheitsbedenken beim Teilen sensibler Daten ein großes Hemmnis, auf dem Weg zu einer transparenten Lieferkette. Die umfassende Vernetzung untereinander ist jedoch eine wichtige Voraussetzung auf dem Weg zur transparenten Supply Chain. Um möglichst alle Handelspartner einzubinden, braucht es mehr als nur ein vertrauensvolles Geschäftsverhältnis.

Ein wichtiger Faktor sind daher definierte Sicherheitsstandards. Dabei spielen nicht nur die Sicherheitsmechanismen von SaaS-Lösungen eine Rolle. Neben diesen berichten viele Unternehmen von guten Erfahrungen durch die Verschlüsselung von Netzwerkverbindungen und E-Mails. Auch die Protokollierung von Netzwerkzugriffen auf der einen – und die Implementierung von Notfallplänen auf der anderen Seite erweisen sich als wirkungsvolle Mechanismen. Letztere sind vor allem wichtig, um im Schadensfall die Zeit zwischen einem Angriff und seiner Entdeckung möglichst gering zu halten und so Störungen in der Lieferkette zu vermeiden.

Daten nutzen – SC-Performance verbessern

Im Rahmen einer Echtzeitüberwachung der Lieferkette fallen Unmengen von Daten an: Unternehmen erhalten einen detaillierten Einblick in Vor- und Nachlaufzeiten, Lagerbestände, Verzögerungen und vieles mehr. Um die Transparenz in der Supply Chain langfristig zu sichern und die Performance nachhaltig zu verbessern, lohnt es sich, die gewonnenen Daten zur Optimierung von Forecastings und zum Erstellen von Risikoanalysen zu nutzen.

Erfolgsfaktor transparente Supply Chain

Die Erhöhung der Transparenz ist ein wichtiges Ziel, das viele Unternehmen bereits auf ihre Agenda gesetzt haben. Doch scheint ihnen die Umsetzung zu komplex, zu groß sind die Bedenken hinsichtlich der IT-Sicherheit und zu hoch die geschätzten Investitionskosten. Logistikentscheider sind daher gut beraten, einen spezialisierten Partner mit ins Boot zu holen, der die Fallstricke kennt und beim Aufbau einer transparenten Lieferkette unterstützt.

Insbesondere in Krisenzeiten ist die detaillierte Kenntnis der eigenen Supply Chain ein nicht zu unterschätzender Wettbewerbsfaktor. Die Nutzung der gewonnenen Daten zur Verbesserung des eigenen Supply Chain Riskmanagements ist dabei von immenser Bedeutung. So können Unternehmen die Resilienz der eigenen Lieferkette entscheiden erhöhen und sich langfristig erfolgreich am Markt behaupten.

 

Die PwC-Studie „Vernetzte und autonome Supply-Chain-Ökosysteme 2025“ können Sie kostenfrei hier einsehen.

 

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