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Marktüberblick China: Das ist der E-Commerce-Markt im Reich der Mitte

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Marktüberblick China

Bild: Unsplash/Thomas Patrick

Von 315 Milliarden auf mehr als 1 Billion US-Dollar: Der E-Commerce-Umsatz in China hat sich in den vergangenen fünf Jahren mehr als verdreifacht. Trotz der gesamtwirtschaftlichen Abkühlung bleibt das Marktpotenzial des größten asiatischen Landes enorm. Experten sagen voraus, dass der E-Commerce-Umsatz bis 2021 auf mehr als 2,5 Billionen US-Dollar steigen könnte. Wir geben Ihnen einen aktuellen Marktüberblick.

China zählt aufgrund seiner Marktgröße und seines Entwicklungspotenzials zu den weltweit gefragtesten E-Commerce-Schauplätzen: Dafür spricht auch, dass die chinesische Regierung den Markt 2018 weiter geöffnet und Zölle und Beschränkungen für ausländische Unternehmen, die grenzüberschreitend nach China verkaufen, gelockert hat. Motor für den wachsenden E-Commerce ist die stark wachsende Mittelschicht mit bereits mehr als 300 Millionen Menschen, die eine Leidenschaft für das Mobile-Shopping entwickelt hat und westliche Produkte liebt. Obwohl die Konkurrenz im Cross-Border-E-Commerce enorm zugenommen hat, stehen die Chancen für Unternehmen, die zielgerichtet vorgehen, sehr gut.

Online-Marktplätze für den Global E-Commerce

Der Großteil des Online-Handels spielt sich auf den virtuellen Marktplätzen ab: 90 Prozent aller Einkäufe werden darüber abgewickelt – besonders beliebt bei chinesischen Verbrauchern sind Tmall und JD.com. Gemeinsam deckten die Plattformen, die von den Internet-Giganten Alibaba und Jingdong ins Leben gerufen wurden, im vierten Quartal des Jahres 2018 rund 85 Prozent des E-Commerce-Marktes ab. Beide Marktplätze verfügen über ein riesiges Produktangebot: Allein auf Tmall werden rund eine Milliarde Produkte angeboten. Mit Tmall Global und JD Worldwide wurden spezielle Bereiche eingerichtet, über die ausländische Händler direkt an chinesische Endkunden verkaufen.

Ständig neue Verkaufsrekorde werden vor allem bei dem chinesischen Singles Day aufgestellt, der jedes Jahr am 11.11. veranstaltet wird. Anbieter versetzen Millionen von Konsumenten mit hohen Preisnachlässen in einen regelrechten Kaufrausch. Allein Alibaba, der Mutterkonzern von Tmall Global, verkaufte 2018 innerhalb von 24 Stunden Ware im Wert von rund 30 Milliarden US-Dollar. Nicht umsonst gilt Chinas Singles Day als umsatzstärkster Einkaufstag weltweit. Mit etwas Vorlauf geplant, können auch deutsche Händler davon profitieren: Alibaba gab im November 2018 an, bei dem Shoppingevent mit 180.000 Marken aus mehr als 200 Ländern zusammengearbeitet zu haben.

Nachgefragte deutsche Produkte und bevorzugte Zahlweisen

Produkte aus Deutschland stehen auf der Beliebtheitsskala der chinesischen Online-Shopper weit oben: „Qualität aus Deutschland“ und die Echtheit der Produkte sind wichtige Verkaufsargumente. Zu den Verkaufsschlagern im Cross-Border-E-Commerce zählen weiterhin Babyprodukte, Kosmetik sowie pharmazeutische Produkte und Nahrungsergänzungsmittel, aber auch Lebensmittel, Küchenzubehör, Sportwaren – und Luxusaccessoires wie etwa Handtaschen und Schmuck.  

Aufgrund des starken Wettbewerbs sollten deutsche Marken und Unternehmen individuelle Produktbesonderheiten hervorheben. Da chinesische Verbraucher ihre online- und offline-Einkäufe bevorzugt mobil bezahlen, müssen zudem unbedingt Alipay und WeChat Pay, die Bezahl-Apps von Alibaba und Tencent, in das Angebot eingebunden werden. Alipay und WeChat Pay deckten 2018 rund 93 Prozent des gesamten mobilen Zahlungsverkehrs ab. Auf Tmall ist AliPay, der eigene Bezahldienst von Alibaba, das meist genutzte System.

Nischenplattformen mit Potenzial

Für bekannte Marken und Konzerne sind die großen Plattformen sowie Chinas beliebteste App WeChat, die Kommunikations- und Vertriebskanäle zum Social Shopping verbindet, ein Muss. Aufgrund der enormen Produktkonkurrenz auf den großen Marktplätzen und damit einhergehenden hohen Werbekosten kann für kleine und mittelständische Unternehmen ein alternatives Vorgehen sinnvoller sein. In dem Land mit fast 1,4 Milliarden Einwohnern verfügen auch Nischenplattformen für den grenzüberschreitenden Handel über ansehnliche Nutzerzahlen. Kleine Marken und Händler haben es hier leichter, Produkte vorzustellen und eine relativ breite Zielgruppe zu erreichen. Ein Beispiel dafür ist Xiaohongshu, auch bekannt als Little Red Book oder RED: Auf der Social-E-Commerce-Plattform sind mehr als 200 Millionen, vorzugsweise weibliche User registriert, um sich über Produkte zu informieren und einzukaufen. So erzielte Xiaohongshu im Jahr 2018 einen Umsatz von etwa 221 Millionen US-Dollar.

Trends im Cross-Border E-Commerce

Bei Alibaba und Co ist ein wachsender Trend zu beobachten, Ware direkt im Ausland einzukaufen und sie in nahegelegenen Zollagern in China oder Hongkong bereit zu halten. Damit werden immer kürzere Lieferzeiten garantiert, wodurch auch die Ansprüche der chinesischen Verbraucher weiter steigen. Konsumenten erwarten auch von ausländischen Handeltreibenden einen schnelleren Paketversand. Sollte die Nachfrage vorhersehbar steigen, sind Unternehmen daher gut beraten, Ware in den chinesischen Freihandelszonen oder in Hong Kong bereitzuhalten – und so Schritt mit den sich ändernden Anforderungen der Handelsplattformen zu halten.

Fazit

Der Einstieg in das China-Geschäft birgt nach wie vor großes Potenzial. Laut der chinesischen Zollbehörde erreichten die Einzelhandelsimporte durch den Cross-Border-E-Commerce zwischen Januar und Oktober 2018 fast zehn Milliarden US-Dollar, was einem Anstieg von 53,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht.

Deutsche Händler können von der Mobile-Shopping-Begeisterung der Verbraucher profitieren, wenn sie Geld und Zeit in die Vorbereitung und eine entsprechende China-Strategie investieren. Neben einem geeigneten Ansatz für den Markteintritt müssen Vertriebs- und Marketingaktivitäten individuell zusammengestellt werden. Das Hauptziel ist, sich von der Konkurrenz abzuheben und die Zielgruppe auf kreative Art und Weise anzusprechen, um sie an Produkte und die eigene Marke zu binden.

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