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Bullwhip-Effekt: So reduzieren den Peitscheneffekt auf Ihre Lieferkette

von Redaktion

Die Lieferfähigkeit erhalten und kostensensitiv wirtschaften – gerade in fordernden Zeiten und bei den aktuellen Frachtpreisen stellt dies Unternehmen vor eine enorme Herausforderung. Kommen dann noch die Folgen des sogenannten Peitscheneffekts hinzu, sind Zusatzkosten vorprogrammiert. Wir erklären, Sie sich vor den Folgen des Bullwhip-Effektes schützen und Mehrkosten vermeiden.

Supply Chain Management in herausfordernden Zeiten

Im volatilen internationalen Warenverkehr wollen alle Lieferkettenakteur*innen die Kosten für die Beschaffung, Lagerhaltung etc. so gering wie möglich halten. Dazu kommt der Wunsch nach Unabhängigkeit von den Lieferkettenpartner*innen. Der Bullwhip-Effekt oder auch Peitscheneffekt kann diese Bestrebungen gefährden und zu Lieferengpässen oder auch erhöhten Lagerbeständen führen.

Peitscheneffekt: Was ist der Bullwhip-Effekt?

Der Bullwhip-Effekt (oder auch Peitscheneffekt) ist ein Phänomen mehrstufiger Lieferketten. Er beschreibt den Prozess, der lostritt, wenn sich die Nachfrage beim Endkunden (dem Peitschenhalter) ändert und diese Schwankungen mit wachsendem Ausschlag an die Lieferanten und schließlich die Produzenten weiter gegeben werden. Bereits geringe Veränderungen können sich auf diese Art und Weise zu großen Kapazitätsschwankungen summieren.

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Was sind die Ursachen für den Bullwhip-Effekt?

Der Bullwhip-Effekt kommt in erster Linie zum Tragen, wenn die Lieferkettenakteure nicht miteinander kommunizieren und diese ihre Prozesse lediglich nach dem ihnen vorliegenden Kenntnissen optimieren. In der Folge geht der Überblick über die gesamte Lieferkette verloren – zum Nachteil aller Beteiligten.

Die Schwankungen fallen umso stärker aus, desto weiter Lieferant*innen oder Produzent*innen von der Kundschaft entfernt sind: Händler*innen optimieren ihre Bestellungen beim Zulieferbetrieb unter Berücksichtigung von Lieferzeiten und -kosten, Mengenrabatten etc. Dieser wartet ab, bündelt eingegangene Aufträge und versucht so, seine Kosten zu optimieren. Durch diese Auftragsverzögerung fällt es den nachfolgenden Akteuren schwer, ihren Bedarf zu kalkulieren. In der Folge werden die Prognosen ungenau.

Gerade in fordernden Zeiten möchten alle Parteien ihre Lieferfähigkeit sicherstellten und kalkulieren Engpässe ein. So kommt es nicht selten zu einer erhöhten Bestellmenge, die sich entlang der Lieferkette potenziert. Auf Produktionsebene hat der Bullwhip-Effekt schlussendlich den maximalen Ausschlag erreicht: Es werden Mengen produziert, für die es keine Abnehmer gibt. Dadurch kommt es nicht nur zu Kostennachteilen durch erhöhte Lagerbestände oder Ladenhüter – die Überproduktion ist auch wenig nachhaltig und bindet auf allen Ebenen Ressourcen.

Wie können Unternehmen den Bullwhip-Effekt reduzieren?

Über- und Unterkapazitäten lassen sich nur durch eine enge Kooperation zwischen den beteiligten Lieferkettenakteur*innen vermeiden. Der Informationsaustausch zwischen Vertrieb, Planung, Einkauf und Logistik über die gesamte Supply Chain hinweg führt zu einer deutlich verbesserten Interpretation der Vorgänge und optimiert die Prognosefähigkeit. Arbeiten alle beteiligten Parteien transparent zusammen – etwa durch die Verwendung einer gemeinsamen Informationsarchitektur wie beispielsweise einer cloudbasierten SCM-Software – führt das zu einem verbesserten Warenfluss.

Transparente Lieferkette reduziert Peitscheneffekt auf Lieferketten

Grundvoraussetzung für die Kollaboration mit den Lieferkettenpartner*innen ist eine weitreichend transparente Lieferkette im eigenen Unternehmen. Die Nutzung eines SCM-Systems kann die Übersicht über die einzelnen Prozessschritte verbessern und bietet transparente Steuerungsmöglichkeiten. So können Unternehmen zum Beispiel klar identifizieren, welche Ware sofort benötigt wird oder ob die Fracht in einem Pufferlager zwischengelagert werden soll.

Ein integriertes Ordermanagement hilft darüber hinaus klar nachzuvollziehen, wann die georderte Ware produziert und verschifft wird. Fehlplanungen können auf diese Weise bereits intern minimiert und die Lagerbestände realistisch angepasst werden. Das kommt schließlich allen Lieferkettenakteuren zugute, schafft Planungssicherheit und spart Kosten.

Reduktion des Bullwhip-Effekts: Kooperation und Transparenz in der Supply Chain

Beim Bullwhip-Effekt bestimmt die Dynamik der Lieferkette das Verhalten der beteiligten Akteure. Ziel sollte sein, die Kontrolle über die eigene Lieferkette zu gewinnen und diese aktiv zu gestalten. Gänzlich verhindern lässt sich der Bullwhip-Effekt dadurch nicht, Unternehmen können die Folgen jedoch signifikant eindämmen und dadurch nachhaltig Kosten sowie Ressourcen einsparen.

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