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Produktionsstandort Indien: Praxistipps für den Markteinstieg

von Redaktion

Geringe Lohnkosten, eine Vielzahl junger, gut ausgebildeter Arbeitskräfte sowie zunehmend mehr Nachhaltigkeit: Indien ist für europäische Unternehmen ein attraktiver Beschaffungs- und Absatzmarkt. Wir stellen das Potenzial des aufstrebenden BRIC-Staates vor und zeigen, wie Unternehmen aktiv werden können – von der Produzent*innensuche bis zur Warenausfuhr.  

Wirtschaftspotenzial und Perspektiven

Indien zählt zu den größten Volkswirtschaften der Welt: 2020 lag das Bruttoinlandsprodukt bei rund 2,7 Milliarden US-Dollar. Seit Jahren wird der Weg von einer dienst­leistungs­orientierten Wirt­schaft zu einem globalen Produktions­zentrum verfolgt. Das junge Durchschnittsalter von 28,4 Jahren der mehr als 1,3 Milliarden Inder*innen sowie die geringere Produktions- und Lohnkosten als in China bergen für Unternehmen ein enormes Potential.

Zwar ging das Corona-Jahr 2020 mit einem Rückgang der Exportzahlen einher, dennoch wurden Waren im Wert von rund 276,23 Milliarden US-Dollar exportiert (2019 lag das Volumen bei 324,34 Milliarden). Für 2022 prognostiziert der Internationale Währungsfond ein Wirtschaftswachstum von 11,5 Prozent. Um das zu erreichen, wappnet sich Indien unter anderem mit seinem eigenen Impfstoff Covishield für weitere pandemiebezogene Herausforderungen.

„Make in India“ – Lieferketten breiter aufstellen

Zu den wichtigsten Exportgütern des Schwellenlandes zählen neben Textilien, Schmuck, Elektronik und Softwareprodukten auch Produktionsgüter wie beispielsweise Chemikalien und Pharmazeutika. Europäische Unternehmen können von diesem breiten Angebot profitieren, wenn sie beim Markteintritt die richtigen Weichen stellen und bei der Umsetzung auf Partner*innen mit lokaler Expertise setzen. Wer seine Lieferketten mit einer teilweisen Fertigung seiner Produkte in Indien breiter aufstellt, sorgt für eine Risikostreuung – und mehr Unabhängigkeit von China. Da die Bevölkerung in Indien fast so groß ist wie in China, kann auch hier ein großer Bedarf gedeckt werden. Zudem sind die Verkehrswege nach Europa kürzer, was sich als zeitlicher Vorteil erweisen kann.

Um europäische Unternehmen zur lokalen Produktion und dem Einkauf anzuregen, hat die indische Regierung die Initiative „Make in India“ ins Leben gerufen. Unter anderem werden finanzielle Anreize für Investitionen in die lokale Fertigung geschaffen, womit auch das Streben nach mehr Nachhaltigkeit einen neuen Stellenwert gewinnt.

Produktion in Indien? Starthilfe für das Exportgeschäft

Bei der Suche nach qualifizierten Partner*innen für das Produktsourcing, den Einkauf die Produktion und natürlich die Cross-Border Logistik sollten Markteinsteiger*innen weniger auf Zufallskontakte setzen, denn auf klare Empfehlungen. So können Verantwortliche Kontakte aufbauen und vertiefen, Produktionsstandorte kennenlernen sowie ein Verständnis dafür entwickeln, wo in Indiens Regionalcluster welche Produktgruppen hergestellt werden.

Das Logistikunternehmen Hermes International, ein Geschäftsbereich von Hermes Germany, kann dank einer strategischen Partnerschaft mit dem indischen Marktführer Jeena hiesige Unternehmen optimal bei dem Einstieg in den indischen Markt unterstützen. Gemeinsam bieten sie Unternehmen eine umfassende Expertise im internationalen Warenverkehr, gepaart mit dem tiefgehenden regionalen Knowhow eines ‚true local Heros‘ wie Jeena – eine der größten Speditionen des Landes.

Lieferantenstrukturen in Indien aufbauen und pflegen

Der Aufbau erfolgreicher Lieferantenbeziehungen erfolgt idealerweise anhand einer ausführlichen Beurteilung. Durch klar definierte Anforderungen ist es möglich, die Vor- und Nachteile einzelner Zulieferer*innen objektiv zu vergleichen und die bestmögliche Auswahl zu treffen. Auf diese Weise lassen sich nicht nur Risiken wie Lieferengpässe bereits im Vorfeld verringern. Je klarer die Vereinbarungen, desto besser kann auch für die Einhaltung definierter sozialer und ökologischer Standards gesorgt werden.

Wer bestehende Lieferantenstrukturen optimiert und zum Beispiel feste Kapazitätszusagen gibt oder Zuliefererbetriebe gezielt bei der nachhaltigen Weiterentwicklung unterstützt, wird Ware oftmals schneller und günstiger beziehen können. Daher setzen viele ausländische Unternehmen, die in Indien produzieren, auf langfristige und vertrauensvolle Geschäftsbeziehungen: Ein Wettbewerbsvorteil, der gerade in herausfordernden Zeiten zum Tragen kommt.

Produktionsstandort Indien: Logistischen Herausforderungen mit lokalem Know-how begegnen  

Um die inländische Logistik auf der Straße, Schiene oder dem Schiffsweg in Indien selbst effizienter zu gestalten und weiteres Wachstum zu gewährleisten, investiert die indische Regierung massiv in den Ausbau des Transport- und Verkehrssektors. Trotzdem entsprechen die Gegebenheiten vielerorts noch nicht internationalen Standards – ausländische Unternehmen müssen sich auf Herausforderungen einstellen. Dabei sind sie aber nicht auf sich allein gestellt: Erfahrene Logistikdienstleister*innen wie Hermes International und Jeena managen den lokalen Landverkehr sowie die internationale Luft- und Seefracht nach Europa und bieten darüber hinaus die gesamte Bandbreite von Supply Chain Services an – inklusive Warehousing und Zollabwicklung.

Durch die strategische Partnerschaft ist es möglich, innovative Lösungen für Kund*innen zu entwickeln. Ein Beispiel dafür ist die von Jeena angebotene Küstenschifffahrt, als zeitsparende innerindische Transportalternative zu den Ladungsströmen auf Straßen und Gleisen.

Erfolgreiche Cross-Border Logistik

Zu den wichtigsten Erfolgsfaktoren für das Indien-Geschäft zählt letztlich die Cross-Border Logistik. Die Lage am Indischen Ozean dient als strategisch guter Ausgangspunkt für den Handel: Unter anderem bestehen wöchentlich mehrere Direktverbindungen für die internationale Seefracht mit den europäischen Reedereien MSC, Hapag Lloyd und CMA CGM. Eine gute Erreichbarkeit ist auch auf dem Luftweg gegeben: Hermes International bietet seinen Kund*innen beispielsweise zwei Direktflüge pro Woche vom Verkehrsknotenpunkt Frankfurt am Main nach Neu-Delhi – so erhalten Unternehmen ihre Fracht schnell und zuverlässig.

Fazit: Indien bietet großes Potenzial

Indien ist für europäische Unternehmen aufgrund geringer Lohn- und Produktionskosten sowie einer wachsenden Anzahl junger Arbeitskräfte ein besonders attraktiver Beschaffungsmarkt. Auch Forderungen europäischer Unternehmen und Endkonsumenten nach mehr Nachhaltigkeit wird nachgekommen: 2014 wurde die Kampagne „Clean India – Green India“ gestartet – mit dem Ziel, für mehr Sauberkeit in Städten und Dörfern zu sorgen, den Umweltschutz voranzutreiben sowie dem Klimawandel entgegenzuwirken. Mit der angestrebten nachhaltigen Wirtschaftsentwicklung ergeben sich auch vor Ort neue Geschäftschancen für ausländische Exporteur*innen. Diese liegen beispielsweise in den Bereichen Maschinen, Technologien und Automatisierung.

Unabhängig von der Richtung des Warenverkehrs sollte der Eintritt auf den indischen Markt auf der Basis einer durchdachten Strategie erfolgen. Unternehmen sind gut beraten, sämtliche Aktivitäten, die nicht zum eigenen Kerngeschäft zählen, an lokale Spezialist*innen auszulagern, die vor Ort für eine reibungslose Abwicklung sorgen.

Sie möchten mehr zum Zukunftsmarkt Indien erfahren? Hier sprechen Stephan Schiller, CEO von Hermes International, und Sam N Katgara, Partner Mumbai der indischen Spedition Jeena, über die Relevanz von strategischen Partnerschaften und den gemeinsamen Zukunftsplänen in Indien.

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