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„Die Internationalisierung ist längst Realität“

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Internationalisierung Stephan Schiller, Hermes Germany

Bild: Unsplash/Mauro Licul

Der E-Commerce boomt: Der Onlinehandel verzeichnete im vergangenen Jahr erneut zweistellige Wachstumsraten. Laut einer Schätzung von Roland Berger wurden in der Vorweihnachtszeit 330 Millionen Pakete an deutsche Privathaushalte geliefert. Das ist ein Plus von zehn Prozent im Vergleich zum Jahr 2017. Die Logistik profitiert von dem anhaltenden Aufschwung.

Wir sprachen mit Stephan Schiller, CEO von Hermes International, einem Geschäftsbereich von Hermes Germany, über die Herausforderungen für das Jahr 2019, aktuelle Trends und den Global E-Commerce.

Herr Schiller, hinter Ihnen liegt ein bewegtes Jahr. Sie sind nicht nur zum Geschäftsführer von Hermes Europe ernannt worden, Sie sind auch CEO des neu geschaffenen Geschäftsbereiches Hermes International, der den Fokus auf den globalen E-Commerce legt.

Was war für Sie, als Anbieter von Supply Chain- und Full Service E-Commerce-Lösungen, im vergangenen Jahr von besonderer Bedeutung?

Ja, im vergangenen Jahr gab es einige Veränderungen. Die Hermes-Gruppe hat das internationale Wachstum zu einem strategischen Ziel erklärt. Daraus folgend haben wir uns entschieden, die Verantwortung für internationale Produkte inklusive der entsprechenden Organisationseinheiten in dem neuen Geschäftsbereich „Hermes International“ zu bündeln.

Von besonderer Bedeutung war und ist dabei, dass neben den notwendigen internen Veränderungen insbesondere der Kunde und der Markt – im Mittelpunkt stehen. Wir können  beobachten, dass die Zusammenführung unserer Kompetenzen im Bereich Global E-Commerce sowie Endkundenlogistik einerseits und unser Know-how im Hinblick auf Supply-Chain-Lösungen andererseits dem steigenden Bedarf der Kunden entspricht.

Zur Abbildung dieser komplexen Prozesse, zur Sicherstellung einer schnellen Kommunikation und zum zügigen Datenaustausch zwischen Kunden und Partnern müssen wir unsere Infrastruktur jedoch noch weiter digitalisieren. Die Digitalisierung war einer unserer Schwerpunkte im vergangenen Jahr und wird auch künftig eine hohe Priorität haben.

Blicken wir in die Zukunft: Wie sehen die Pläne von Hermes International für das Jahr 2019 aus? Wo liegen die Prioritäten und welche Ziele haben Sie sich für das kommende Jahr gesetzt?

Stephan Schiller, Geschäftsführer Hermes Europe, CEO Hermes International

Stephan Schiller, Geschäftsführer Hermes Europe und CEO Hermes International.

Unsere Strategie basiert auf zwei starken Säulen: Auf der einen Seite wollen wir unser internationales Portfolio ständig verbessern und somit unsere Geschäftsbeziehungen mit Kunden ausbauen. Wir wollen aber auch die Neukundengewinnung in unseren traditionellen Märkten in Europa vorantreiben. Das trifft in erster Linie für unsere europäischen und weltweiten Paket- sowie Supply-Chain-Lösungen (Fracht) zu.

Auf der anderen Seite wollen wir zusätzliches Potential in großen Märkten erschließen, allen voran China und den USA. Hierzu prüfen wir die Ausrichtung unserer eigenen Ressourcen vor Ort bzw. die Synchronisation dieser mit unseren Partnern.

Besonders erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang unsere Kooperation mit SEKO Logistics. Im Rahmen einer globalen Partnerschaft haben wir die bestehenden Geschäftsaktivitäten von SEKO in Deutschland übernommen und wollen das dadurch entstandene Netzwerk voll aktivieren. Hier reden wir über die gesamte Bandbreite unserer Aktivitäten: See- und Luftfracht sowie internationale E-Commerce- und Paketlösungen.

Während im Jahr 2017 die Digitalisierung sowie Cyber Security sehr dominante Themen waren, stand im vergangenen Jahr die Blockchain, die Umsetzung der DSGVO sowie die Auswirkungen des Global E-Commerce im Fokus des Interesses. Welche Themen sind Ihrer Meinung nach im Jahr 2019 besonders relevant für die Branche?

Sicherlich alle. Dabei müssen Unternehmen den Mix aus rechtlicher und sicherheitstechnischer Notwendigkeit sowie businessgetrieben Themen realisieren. Zwei Fragen werden künftig hier entscheidend sein: Wie schützen wir unsere Daten? Und wie nutzen wir Daten noch effizienter für das eigene Unternehmen? Die Antworten und die Prozesse, welche damit verbunden sind, werden anspruchsvoll bleiben und uns herausfordern. Ich bin mir jedoch sicher, dass sie am Ende einen großen Anteil am Geschäftserfolg haben werden.

Viele Unternehmen blicken inzwischen über Ländergrenzen hinweg und wollen neue Absatzmärkte erschließen. Die Europäer streben nach Asien, die Amerikaner nach Europa.  Welchen Stellenwert wird die Internationalisierung ihrer Meinung nach in diesem Jahr einnehmen? Vor welchen Herausforderungen stehen Unternehmen in diesem Zusammenhang?

Die angesprochene Internationalisierung ist längst Realität und wird weiter zunehmen. Die Struktur der Internationalisierung wird sich aber verändern. Da müssen wir dranbleiben.

Wenn wir heute einem Kunden eine Versandlösung zum Endkunden nach China anbieten, kann sich das Geschäft des Kunden kurzfristig verändern: Der Bedarf nach Zoll, Transport per Schiff oder Flugzeug, Lager und Fullfilment in China entsteht. Hier wollen wir den Kunden helfen und alle Lösungen aus einer Hand bieten und umsetzen.

Im vergangenen Jahr haben Sie sich gewünscht, dass „die Logistik als ein wertgeschätzter Prozess wahrgenommen wird“. Gab es hier Ihrer Meinung nach bereits Veränderungen? Welche Entwicklung können Sie beobachten?

In Commodity-Segmenten ist das mit der Wertschätzung so eine Sache, ich vergleiche das gerne mit Strom aus der Steckdose:  Strom muss immer zur Verfügung stehen und darf nichts kosten, gegebenenfalls wird der Lieferant ausgetauscht. Nur wenn der Strom ausfällt wird der eigentliche Wert deutlich.

Die Containerschifffahrt ist hier ein gutes Beispiel. Gegenseitige Wertschätzung ist dann vorhanden, wenn wir eng mit unseren Kunden an Lösungen arbeiten, die es dem Kunden erlauben die eigene Geschäftstätigkeit zu erweitern oder die Komplexität der Prozesse zu verringern. Das können zum Beispiel Zoll-Lösungen sein oder Versandmöglichkeiten, die den Aufwand auf Kundenseite für nationale und internationale Aktivitäten fast nivellieren.

Welchen Ereignissen sehen Sie im neuen Jahr positiv entgegen bzw. gibt es etwas, auf das Sie eher mit Sorge blicken?

Wir sind in einem stark wachsenden Marktumfeld unterwegs, das ist schon mal sehr positiv. Wenn wir es schaffen, den zukünftigen Bedarf unserer Kunden zu antizipieren, dann wird das ein spannendes Jahr. Mit Sorge muss man wohl auf die zunehmenden Abschottungstendenzen einiger wichtiger Volkswirtschaften blicken – allen voran der Brexit. Aber auch hier gilt: Logistik macht es möglich!

Herr Schiller, wir danken Ihnen für das Gespräch und wünschen Ihnen für das Jahr 2019 alles Gute.

 

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