Zollkosten einsparen – Tipps für Ihr SCM

Zoll SCM

Unsplash/Julien Gaud

Besonders in Krisenzeiten, wie der aktuellen Pandemie, müssen Unternehmen kostensensitiv wirtschaften. Vielen Entscheidern ist jedoch nicht bewusst, dass sie mit dem nötigen Know-how und der Anwendung diverser Zollverfahren bares Geld sparen können. Wir geben Tipps, wie Sie Ihr Einsparpotential heben.

Ein ganzheitliches Supply Chain Management sollte auch stets die Optimierung der Zollkosten beinhalten. Wenngleich die Verzollung von Waren oder Zulieferteilen für Hersteller sowie Händler obligatorisch ist, können Unternehmen mit dem nötigen Wissen ein signifikantes Einsparpotential generieren.

  1. Bewusstsein schaffen

„Das Thema Verzollung wird in Unternehmen häufig nicht als Feld zum Einsparen von Kosten wahrgenommen“, weiß Thomas Gau, Zollexperte und Head of Customs Solutions bei Hermes International, einem Geschäftsbereich von Hermes Germany. Daher sollten Supply Chain Manager initial ein Bewusstsein dafür schaffen, dass sich im Bereich Zoll systematisch Kosten einsparen lassen.

  1. Know-how aufbauen

Viele Unternehmen können das Einsparpotential, das sich beispielsweise durch die Anwendung von Zollverfahren ergibt, nicht oder nicht in Gänze heben. „Bestehende Möglichkeiten werden oft aus Unwissenheit oder aufgrund fehlender Fachkenntnis nicht in Betracht gezogen“, bestätigt Thomas Gau. Unternehmen, die bisher über kein detailliertes Zoll-Know-how verfügen, sind daher gut beraten, dieses aufzubauen oder auf die Hilfe externer Dienstleister zurückzugreifen, um sich langfristig Wettbewerbsvorteile zu sichern.

  1. Ressourcen bereitstellen

Ist das Know-how (intern oder extern) im Unternehmen vorhanden, muss auch die praktische Umsetzbarkeit gewährleistet sein. Denn die Implementierung kostensparender Zollprozesse bedeutet zuerst einmal einen größeren Zeit- und Arbeitsaufwand. Sachbearbeiter, die bereits zuvor eng eingebunden waren, können diesen Mehraufwand nur schwer abbilden. „Hier ist es ratsam, die Managementebene mit ins Boot zu holen“, weiß Thomas Gau. So bekommt die Einführung neuer Prozesse eine größere Wertigkeit und die notwendigen zeitlichen Ressourcen werden eher zur Verfügung gestellt.

  1. Zollverfahren nutzen

Am Ende gilt es, dass Einsparpotential etwa durch die Nutzung einzelner Zollverfahren zu heben.

Ein sehr effektives Verfahren ist zum Beispiel das sogenannte Umwandlungsverfahren. Dieses eignet sich insbesondere für Hersteller in Deutschland, die zollpflichtige Einzelkomponenten aus Drittländern importieren und daraus in Deutschland Halb- oder Fertigerzeugnisse produzieren.

Dank dieser im Unionszollkodex verankerten Sonderregelung für Importzölle können importierte Einzelteile von Zollabgaben befreit werden, wenn das Endprodukt in Deutschland fertiggestellt und von hier in den freien Verkehr der EU übergeben wird. Eine clevere Tarifierung kann ebenfalls zu einer Kostenreduktion um einige Prozentpunkte führen.

 

Unternehmen, die auf dem globalen Markt agieren, kommen um die Verzollung von Waren oder Einzelkomponenten nicht umhin. Detailliertes Know-how durch eigene Fachkräfte oder die Zusammenarbeit mit einem versierten Dienstleister können jedoch zu einer erheblichen Kostenreduktion führen und damit langfristig zum Geschäftserfolg beitragen.

Weitergehende Informationen zu möglichen Zollverfahren bieten wir Ihnen in unserem Whitepaper „Wirtschaftlich über Grenzen hinweg – Zollkosten systematisch senken“, dass Sie hier kostenfrei herunterladen können.

 

 

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