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Unternehmen passen Lieferketten an: Transparenz als entscheidender Faktor

von Editorial Office

Als Reaktion auf die anhaltenden Störungen der Lieferketten hat der Großteil deutscher Unternehmen in diesem Jahr die eigene Beschaffungsstrategie angepasst. Das ergab die im Oktober veröffentlichte Konjunkturumfrage „Wie reagieren Unternehmen auf Lieferkettenstörungen?“ des ifo-Instituts unter 4.000 Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes sowie des Groß- und Einzelhandels im Juli. Wir geben einen Überblick über die wichtigsten Ergebnisse.

Neubewertung von Risiken bei der Beschaffung

Um die Resilienz der Lieferkette zu steigern, hat der Umfrage zufolge bereits eine Mehrheit der befragten Unternehmen eine Anpassung der Beschaffungsstrategie eingeleitet: Dieser Aussage stimmten im verarbeitenden Gewerbe 87 Prozent, im Großhandel 76 Prozent und im Einzelhandel 63 Prozent zu . Damit zeigt sich eine klare Veränderung zum Vorjahr: Noch im Mai 2021 gaben weniger als die Hälfte der Verantwortlichen an, entsprechende Pläne zu hegen.

Mit der Umstrukturierung reagieren Unternehmen vermutlich auf eine Neubewertung der Risiken für die eigene Wertschöpfung, so das Ergebnis des Wirtschaftsinstituts.

Diversifizierung und erhöhte Lagerhaltung

Oberste Priorität hatte demnach eine Erweiterung des Liefernetzwerkes: 68 Prozent der befragten Unternehmen setzten zur Absicherung ihrer Beschaffung auf eine stärkere Diversifizierung.

Fast ebenso viele Unternehmen (65 Prozent) reagierten mit einer Erhöhung der Lagerbestände. Damit scheint der Trend zu einer immer stärker ausgeprägten Just-in-Time-Produktion zumindest aktuell gebrochen, schlussfolgert das Wirtschaftsinstitut.

Je nach Unternehmensgrößenklasse war die Wahl der Maßnahmen unterschiedlich stark ausgeprägt: Während rund Dreiviertel der Großunternehmen eher auf zusätzliche Lieferanten setzten (72 Prozent), waren es bei  KMU nur etwas mehr als die Hälfte (55 Prozent). Kleine und mittlere Unternehmen sicherten sich dagegen verstärkt durch höhere Sicherheitsbestände ab (73 Prozent), bei Großunternehmen gaben das 64 Prozent an.

Als Ursache für die unterschiedlichen Strategien der Krisenbewältigung sieht das Institut vor allem die erhöhten Kosten, welche durch eine Verbreiterung der Lieferantenbasis entstehen und von kleineren und mittleren Unternehmen schwerer zu bewältigen sind.

Insgesamt plant auch weiterhin fast jedes zweite Unternehmen (47 Prozent), die Lieferantenbasis zu erweitern. Rund drei von zehn Unternehmen (36 Prozent) sehen eine erhöhte Lagerhaltung als zukünftige Lösung.

Bedeutung von Transparenz wächst

Eine wachsende Bedeutung kommt dem Faktor Transparenz zu, so das ifo-Institut. Durch eine erhöhte Visibilität innerhalb der Lieferkette könnten Risiken sowie Schwachstellen frühzeitig identifiziert und entsprechende Maßnahmen rechtzeitig eingeleitet werden.

Diese Auffassung teilen auch die Unternehmen: insgesamt setzten mehr als die Hälfte der Unternehmen (54 Prozent) auf eine erhöhte Transparenz innerhalb der Supply Chain. Mehr als ein Drittel sieht darin auch eine wirksame Strategie für die unmittelbare Zukunft: Nach geplanten Anpassungen für die nächsten 12 Monate befragt, gaben 36 Prozent an, in eine erhöhte Sichtbarkeit investieren zu wollen.

So können KMU die Transparenz der Supply Chain erhöhen

Während bei den befragten Großunternehmen 59 Prozent der Verantwortlichen angaben, infolge der Krisenlagen mit einer Erhöhung der Lieferkettentransparenz reagiert zu haben, waren es bei KMU 48 Prozent. Eine Ursache dafür könnte sein, dass kleine und mittelständische Unternehmen das Monitoring ihrer Supply Chain als kostenintensiv und aufwändig einschätzen. Zusätzlich fehlen oft die personellen Kapazitäten und das interne Know-how, um zur Stärkung der Transparenz ein nachhaltiges Supply Chain Management aufzubauen und die entsprechenden Anpassungen der IT-Infrastruktur vorzunehmen.

Supply Chain Management in der Cloud als Lösung

Dabei bietet der Anschluss an eine cloudbasierte Supply Chain Management-Plattform hohen Komfort, Unternehmen erhalten zum Beispiel einen detaillierten Einblick in ihre Frachtdaten. So kann die Lieferkette optimiert und gesteuert werden, ohne dafür eigene Software migrieren oder interne IT-Spezialisten beschäftigen zu müssen.

Eine weitere Unterstützung zur Absicherung globaler Lieferketten bietet das Monitoring mittels einer Risk Management Software, mithilfe derer Unternehmen auch komplexe Liefernetzwerke in Echtzeit überwachen können.

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