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Unsplash/Hamid Roshaan

Beschaffung: „Pakistan ist ein zuverlässiger und profitabler Partner“

von Redaktion

Die Produktion an nur einem Standort kann die Wahrscheinlichkeit von Lieferkettenausfällen massiv erhöhen. Ein multiregionaler Beschaffungsansatz schafft hier Abhilfe – und erhöht die Unabhängigkeit von einzelnen Akteuren.

Ein attraktiver Produktionsstandort, den Unternehmen im Auge behalten sollten, ist Pakistan: Heimat des Local Heros World Wide Group (WWG) und Teil einer Unternehmensgruppe etablierter Luftfahrt- und Logistikunternehmen. Wir sprachen mit Hassan Madni von WWG über die Standortvorteile Pakistans und warum die Produktion in dem aufstrebenden Land für europäische Unternehmen äußerst profitabel sein kann.

Hassan Madni

Hassan Madni, World Wide Group

Exportland Pakistan

Pakistan ist im Wandel: Zahlreiche Reformen, eine wachsende Wirtschaft und eine große Zahl junger, gut ausgebildeter Menschen machen das Land zu einem interessanten Produktionsstandort für europäische Unternehmen. Wichtige Produktionsbereiche sind neben Baumaterialien, Stahlprodukten und Fahrzeugteilen vor allem Textilien, Lederwaren und Sportartikel. Vor allem die Textilindustrie fertigt für den Export. Hauptabnehmer sind die USA, gefolgt von China und Großbritannien, aber auch deutsche Unternehmen entscheiden sich zunehmend für die Produktion auf dem pakistanischen Markt.

 

Local Heros als Erfolgsfaktor

Damit Unternehmen ihre Beschaffungsstrategie diversifizieren und zukunftssicher gestalten können, kooperiert Hermes International, ein Geschäftsbereich von Hermes Deutschland, im Rahmen einer strategischen Partnerschaft mit dem pakistanischen Unternehmen und Local Hero World Wide Group (WWG).

WWG ist seit 50 Jahren auf dem pakistanischen Markt aktiv und gehört zu einer inhabergeführten Gruppe von etablierten Luftfahrt- und Logistikunternehmen in Pakistan. Als einer der Top-3-Spediteure des Landes, der zu 100 Prozent von einem lokalen Management geführt wird, bietet WWG interessierten Unternehmen neben regionalem Know-how und einem lokalen Netzwerk ein umfassendes Dienstleistungsangebot. Wir sprachen mit Hassan Madni von WWG über den aufstrebenden Beschaffungsmarkt Pakistan.

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Herr Madni, Sie sind seit über 50 Jahren erfolgreich auf dem pakistanischen Markt tätig. WWG gehört damit zweifellos zu den Local Heros Pakistans – mit immensem lokalen Know-how. Wie ist aktuell die Lage in Pakistan?

Pakistan ist insgesamt ein einzigartiger Markt. In den letzten 20 Jahren hat das Land verschiedene Herausforderungen durchlaufen: Der Krieg in Afghanistan hatte große Auswirkungen auf das pakistanische Alltagsleben, vor allem in Bezug auf die Sicherheit.

Derzeit ist die COVID-Pandemie eine große Herausforderung, die wir bisher erfolgreich bewältigen konnten. Pakistan war eines der ersten Länder, das nach der ersten Welle wieder geöffnet wurde. Seitdem konnten wir weitere Schließungen vermeiden. Glücklicherweise hatten wir das Infektionsereignis von Anfang an sehr gut unter Kontrolle. Diese frühzeitige Öffnung und die Kontinuität gaben den Importeuren weltweit Vertrauen, was zu einem starken Anstieg des Exportvolumens führte.

Für welche Unternehmen ist der Produktionsstandort Pakistan interessant? Was sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten Standortvorteile?

Pakistan produziert Textilien und Bekleidung sowie Sportartikel wie Fußbälle und Cricket-Ausrüstung, aber auch chirurgische Geräte für Operationssäle oder die Zahnmedizin. Die fortschreitende Öffnung des Marktes nach der ersten Welle der Pandemie hat zu einem enormen Nachfrageschub für diese Produkte geführt.

Während andere Märkte noch abgeschottet waren, suchten die Unternehmen nach alternativen Beschaffungsmärkten – und fanden in Pakistan eine zuverlässige und profitable Alternative. Infolgedessen konnten sich die lokalen Unternehmen viele neue Aufträge sichern und sie erfolgreich bis zur pünktlichen Lieferung ausführen.

Ein wichtiger Standortvorteil Pakistans ist darüber hinaus die geografische Nähe zu Europa – aber auch zu den USA. Dies verschafft den Unternehmen einen großen Geschwindigkeits- und Kostenvorteil gegenüber der Produktion an anderen Standorten in Asien. Waren müssen nicht umgeladen werden, sondern treten ihre Reise nach Europa direkt an – ein weiterer enormer Kosten- und Zeitvorteil.

Die Pandemie verursacht nach wie große Störungen im internationalen Warenverkehr. Warum sollten Unternehmen jetzt dennoch in den pakistanischen Markt einsteigen?

Die anhaltenden Störungen betreffen derzeit alle Märkte – weltweit. Durch die direkte Seefrachtverbindung nach Europa bietet Pakistan europäischen Unternehmen hier jedoch erhebliche Vorteile.

Zudem haben sich pakistanische Unternehmen bereits vor und während der Pandemie als verlässliche Partner für internationale Firmen präsentiert. Auch die Qualität der Produkte ist hoch: So stellt die Fifa ihre Fußbälle hier vor Ort her und auch der Großteil der Cricket-Ausrüstung stammt aus pakistanischer Produktion – um nur zwei Beispiele zu nennen.

Bei den Produktionskosten kann Pakistan mit anderen Produktionsstandorten mithalten und ist insgesamt ein äußerst attraktiver Beschaffungsstandort, den es zu erkunden lohnt.

Worauf sollten die Verantwortlichen beim Markteintritt besonders achten? Welche Herausforderungen warten auf interessierte Unternehmen?

Know-how über regionale Besonderheiten ist, wie in anderen Ländern der Region auch, selbstverständlich nützlich. In diesem Kontext ist die Zusammenarbeit mit einem lokalen Dienstleister für interessierte Unternehmen selbstredend von Vorteil – und geht mit erheblichen Effizienzgewinnen einher.

Sicherheitsprobleme, die durch den Krieg in Afghanistan verursacht wurden, gehören glücklicherweise der Vergangenheit an. Mehrere große Einzelhandels- und Modeunternehmen haben in der Folge eigene Büros in Pakistan eröffnet, um die Beschaffungsprozesse vor Ort zu steuern. Wir bei WWG ermutigen Einkäufer*innen, den pakistanischen Markt zu erkunden und unterstützen diese natürlich jederzeit vollumfänglich.

Wie sieht diese Unterstützung aus? Welche spezifischen Dienstleistungen bieten Sie Ihren Kund*innen an?

Wir verstehen uns als Full-Service-Dienstleister und bieten unseren Kund*innen einen umfassenden Service im Bereich der Beschaffungs- und grenzüberschreitenden Logistik: Unser Service beinhaltet die Bereitstellung von Versandlösungen, End-to-End-Logistik sowie Warehousing und 3pl. Darüber hinaus kümmern wir uns um die Zollabwicklung oder führen auf Wunsch Qualitätskontrollen durch. Unsere Experten unterstützen unsere Kunden umfassend und mit ihrem Know-how in allen Fragen: Von der Produktion über die Qualitätskontrolle bis hin zur Verzollung und der cross-border Logistik.

Wie kam es zu der Partnerschaft mit dem Hamburger Logistikdienstleister Hermes? Und welche Pläne verfolgen Sie gemeinsam mit Ihrem Partner Hermes International?

Hermes und WWG arbeiten bereits seit 2012 zusammen. Seitdem konzentrieren wir uns darauf, unseren Kund*innen einen stetig wachsenden und qualitativ hochwertigen Service zu bieten.

Unser gemeinsames Ziel ist es, den deutsch-pakistanischen Handelsweg weiter auszubauen und unseren Kund*innen die besten Versandlösungen zu bieten. Darüber hinaus unterstützen wir Unternehmen, die in den pakistanischen Markt eintreten oder die Beziehungen vertiefen wollen. Wir setzen uns dafür ein, dass europäische Unternehmen die Vorteile Pakistans als Beschaffungsmarkt erkennen und ihr Potenzial hier voll ausschöpfen können.

Herr Madni, wir danken Ihnen für das Gespräch.

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