Datenschätze heben – mit Business Intelligence

bi im scm

Unsplash/John Schnobrich

Business Intelligence – kurz BI – gilt als einer der heißesten Trends in Sachen Digitalisierung. Was steckt hinter dem Schlagwort? Und wie kann das Supply Chain Management davon profitieren? Relevant ist das Thema für Logistikentscheider in jedem Fall – geht es doch darum, den maximalen Nutzen aus den vorhandenen Daten zu ziehen.

Was ist Business Intelligence?

Daten, so heißt es, sind das neue Öl; Unternehmen können daraus enormen wirtschaftlichen Nutzen ziehen. Doch um die reichlich vorhandenen Quellen sinnvoll und gewinnbringend ausschöpfen zu können, braucht es geeignete Fördertechnologien. Hier kommt das Konzept der „Business Intelligence“ ins Spiel. Als Sammelbegriff steht BI für den Zugriff auf im Unternehmen vorhandene Informationen sowie deren IT-gestützte Analyse, Aufbereitung und Präsentation. Ziel des technologiegetriebenen Prozesses ist es, relevante Zusammenhänge zu identifizieren und neues, verwertbares Wissen zu generieren. Aus der unüberschaubaren virtuellen Ressource „Big Data“ entstehen so im besten Fall transparente, praxisrelevante Informationen, die Führungskräften dabei helfen, fundierte Geschäftsentscheidungen zu treffen.

BI – Vereinfachte Anwendung durch neue Technologien

Grundsätzlich ist die Idee nicht neu. Schon in den 1960er Jahren wurden erste Management-Informations-Systeme (MIS) entwickelt, um den Umgang mit größeren Datenmengen zu automatisieren und vor allem das Controlling zu unterstützen. Die technischen Möglichkeiten waren freilich begrenzt. Heute müssen Informationen nicht mehr aufwendig manuell zusammengetragen werden. Mithilfe smarter Analyse-Tools verknüpfen moderne BI-Anwendungen die in unterschiedlichen Systemen vorhandenen Daten, um beispielsweise personalisierte Dashboards und Berichte zu erstellen. Dank der rasanten Fortschritte in den Bereichen Künstliche Intelligenz, Machine Learning, Analyselogik und Visualisierung werden die dahinterliegenden Prozesse immer weiter verfeinert. Zugleich wird die auch Anwendung immer einfacher. Vieles spricht dafür, dass Business Intelligence auch und gerade im Supply Chain Management weiter an Bedeutung gewinnt.

BI – Mehrwert für das Supply Chain Management

Die Vorteile liegen auf der Hand: Angesichts zunehmend digital vernetzter Lieferketten explodiert die Menge der verfügbaren Informationen. Wer in der Lage ist, daraus schnell die richtigen Schlüsse zu ziehen, verschafft sich einen enormen Wettbewerbsvorteil. Eine professionelle, intelligente Analyse der Datenbasis schafft Transparenz – und damit die Grundlage für eine effektive Steuerung der gesamten Wertschöpfungskette von der Planung über den Einkauf und die Produktion bis zur Distribution. Vielversprechende Datenquellen gibt es in allen Unternehmen: Von Produktinformationen über Bestellmengen und Lieferantenperformance bis zu Bestandstrends, Preisentwicklungen und Transportstrategien. Moderne BI-Systeme errechnen entsprechende Kennzahlen, die regelmäßig überwacht oder auch „ad hoc“ tiefergehend analysiert werden können. Für Logistikentscheider eröffnet dies neue Perspektiven und damit Handlungsoptionen.

„Plug-and-Play“ wäre zu viel versprochen

Wie erfolgreich eine Business-Intelligence-Lösung ist, hängt allerdings auch vom digitalen Reifegrad des Unternehmens ab. Erst wenn die Qualität der Daten, der Datenbeschaffung und der Informationsverarbeitung stimmt, kann das Potenzial von BI voll ausgeschöpft werden. Eine besondere Herausforderung stellen zudem die unterschiedlichen Quellsysteme dar, aus denen die Daten stammen. ERP-Systeme, Finance & Controlling (FICO), verschiedene Systeme von Partnern und Transportdienstleistern: Je mehr verschiedene Standards und Strukturen involviert sind, desto größer ist der Datenkonvertierungsbedarf. Hier ist es wichtig, dass Unternehmen so weit wie möglich eine gemeinsame Sprache sprechen, auch im Hinblick auf die Auslegung relevanter Kennzahlen. So können beispielsweise die Kosten für den Transport von Waren nach Übersee weitere Komponenten wie etwa Einfuhrzölle beinhalten – oder auch nicht.

Verbessern Sie Ihren Business-IQ

Wer diese Hürden überwindet, kann Ressourcen einsparen und Unternehmenswert schaffen – und das gilt nicht nur für die großen Player. Auch mittelständische Unternehmen haben die Chance, mithilfe branchengerechter BI-Lösungen ihren geschäftlichen „IQ“ zu verbessern – und damit ihre Wettbewerbsfähigkeit. Die Zusammenführung und Visualisierung aller verfügbaren Daten in einer BI-Lösung bilden ein starkes Fundament, um agil auf die kommenden dynamischen Entwicklungen im Supply Chain Management zu reagieren.

Wie das in der Praxis aussehen kann, erfahren Sie im April. Im zweiten Teil der Reihe „BI im SCM“ gehen wir auf konkrete Anwendungsbeispiele und Tools für das SCM ein.

 

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