Logistik 4.0: Das sind die Zukunftstechnologien im SCM

Technologien im SCM

Unsplash/Franck V.

Alle Prozesse und Strukturen innerhalb der Supply Chain miteinander vernetzen: Die Logistik 4.0 hat große Ziele, die nur durch den Einsatz neuer Technologien zu erreichen sind. Wir beleuchten die Technologien, die die Zukunft des SCMs prägen werden und sagen Ihnen, wie Cloud, Blockchain und co Ihre Lieferkette optimieren können.

Neue Technologien, neue Möglichkeiten: Für Logistikentscheider stellt sich mit jeder technologischen Neuerung die Frage, wie diese zur Verbesserung der eigenen Unternehmensperformance beitragen kann, denn die Integration technischer Innovationen wird zunehmend zum Wettbewerbsfaktor im SCM.

Cloud-Computing in der Logistik

In der Logistik dreht sich alles um die pünktliche Zustellung von Gütern und Waren – und diese werden heutzutage engmaschig von dazugehörigen Daten flankiert – und das am Besten in Echtzeit. Um die stetig wachsenden Datenmengen zu speichern und mit den Lieferkettenpartnern zu teilen, nutzen Unternehmen zunehmend Cloud-Computing. Mit Hilfe der Cloud können der Echtzeit-Status, Frachtdokumente oder aber auch Zollbriefe zentral und weltweit einsehbar gespeichert werden. Das erhöht die Transparenz in der SC und sorgt für effizientere Prozesse, da das manuelle und fehleranfällige Teilen von Dokumenten und Daten ausbleibt.

Die Nutzung von Clouds sorgt bei einigen Unternehmen nach wie vor für Bedenken, da hochsensible Firmendaten über die Server Dritter geschickt werden müssen. Spezialisierte Unternehmen bieten hier jedoch bereits DSGVO-konforme Lösungen und garantieren darüber hinaus höhere Sicherheitsstandards, als viele kleinere Unternehmen sie im heimischen Netzwerk realisieren könnten.

Big Data: Daten aktiv nutzen

Doch nicht nur für die Nachweise über Herkunft und Transportdetails ist das Sammeln von Daten relevant. Unternehmen sind darüber hinaus gut beraten, vorliegende Daten zur Verbesserung ihrer Forecastings zu nutzen. Mit Hilfe von Big Data, also Technologien zur Sammlung und Auswertung sogenannter Massendaten, können Entscheider ihre Daten smart nutzen und präzise Nachfrageprognosen auf Basis wiederkehrender Muster, Wettervorhersagen, Ferienzeiten etc. erstellen. 

Besonders im Peak Management, im Rahmen bestimmter Events oder Feiertage, sind stabile und belastbare Nachfrageprognosen ein wichtiger Wettbewerbsvorteil, mit der sich die Gefahr von Out-of-Stock-Meldungen sowie Ladenhütern minimieren lassen.

Blockchain-Technologie: Smart Contracts nutzen

Die Blockchain-Technologie verkettet alle innerhalb einer Lieferkette befindlichen Datensätze miteinander und schützt dadurch nicht nur vor Manipulation, sondern sorgt auch für eine gewisse Transparenz innerhalb der Supply Chain.

Für die Logistikbranche ist die Blockchain auch attraktiv, weil sich über sie komplexe Prozesse automatisch selbst steuern können. Ein Anwendungsbereich ist hier die Nutzung sogenannter Smart Contracts. Dabei werden bei der Erfüllung einzelner Vertragsbestandteile entlang der Lieferkette spezifische Aktionen vollautomatisch ausgelöst: Dies kann zum Beispiel die Bezahlung eines Lieferanten oder die Buchung einer in Folge benötigten Dienstleistung sein. Neben der Transparenz, die in komplexe Lieferkettenabläufe gebracht wird, senken solche vordefinierten Smart Contracts auch Transaktionskosten. Ob sich die Blockchain flächendeckend wird durchsetzen können, ist fraglich, da ihre Implementierung aufwendig und ein fundiertes Know-how nötig ist. Für Unternehmen, die eine erhöhte Sicherheit für bestimmte Vorgänge fordern, ist die Blockchain jedoch durchaus attraktiv.

Mit RFID ins IoT einsteigen

Die lückenlose Nachverfolgbarkeit von Waren und Gütern ist für Logistikentscheider und Kunden existentiell. Die Optimierung und Anwendung neuer Trackingtechnologien steht daher im Fokus des SCMs. Eine Vorreiterposition unter den modernen Trackingverfahren nimmt dabei die Radio Frequency Identification, kurz RFID, ein.

Mit per Funk auslesbaren RFID-Tags werden Warenwege lückenlos dokumentierbar – und zwar auch dort, wo andere Verfahren wie 2-D-Barcodes und maschinelles Sehen aufgrund von Umwelteinflüssen an ihre Grenzen stoßen. So nimmt in der Praxis die Zahl der verwendeten RFID-Tags stetig zu, und die damit einhergehenden EPCs (Electronic Product Codes) finden zunehmend Verbreitung. Gemeinsam mit Auto ID stellen RFID-Systeme die Verbindung zwischen der Welt der Dinge und der Welt der Daten dar und sind somit zentrale Basistechnologien für das Internet of Things (IoT).

Und auch beim Thema IT-Sicherheit entwickelt sich die RFID-Technologie rasant weiter. Zwar sei eine übermäßig komplizierte Verschlüsselung von Daten gerade in der Logistik eher hinderlich, meinen EPC-Experten, und sehen den Ansatzpunkt für Sicherheitssysteme eher dort, wo die Daten gesammelt werden. Dennoch gibt es schon heute Möglichkeiten, höhere Sicherheitsstandards und zusätzliche Verschlüsselung direkt auf bestimmten Chipmodellen zu aktivieren. Bei Verwendung der Ucode-DNA-Technologie ist es zum Beispiel möglich, nur ausgewählten Mitarbeitern die Leserechte für gespeicherte Daten einzuräumen.

KI in der Logistik: Potential noch nicht ausgeschöpft

Untrennbar mit dem Sammeln nie dagewesener Datenmengen verbunden, ist die Notwendigkeit, diese Daten zu verarbeiten und intelligent zu nutzen. Der Mensch als Auswerter und Entscheider rückt hier zwangsläufig immer weiter in den Hintergrund, da er als Kostenfaktor und potentielle Fehlerquelle nicht mit der schieren Menge der Daten korrespondiert. Für die Bewältigung zeitraubender Routineaufgaben haben sich Künstliche Intelligenz und Robotik-Lösungen etabliert. So ist zum Beispiel die KI-basierte Bildverarbeitung mittels Scannern und Sensoren, oft auch als maschinelles Sehen bezeichnet, schon heute aus der Logistik nicht mehr wegzudenken. Andere Technologien, wie beispielsweise Augmented Reality (AR), haben ihr Potential in der Praxis aktuell noch nicht ausgeschöpft. Die Ergebnisse einiger Pilotprojekte lässt jedoch darauf schließen, dass künftig immer mehr Unternehmen KI zur Optimierung ihrer Lieferkette nutzen werden.

Logistik 4.0: Mensch und Maschine zusammenbringen

Bestimmte Zukunftstechnologien wie RFID und einzelne KI-Anwendungen sind bereits in der Praxis der Logistikunternehmen angekommen. Andere Technologien, wie zum Beispiel die Blockchain, stecken noch in der Pilotphase und haben weiterhin Forschungs- und Testbedarf.

Die große Aufgabe ist und bleibt aber das nahtlose Ineinandergreifen verschiedener Technologien. Dieser Schritt stellt Experten zufolge momentan die größte Herausforderung dar. Auch sollten Logistikentscheider berücksichtigen, dass die anstrebte Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine in der Logistik 4.0 neu organisiert werden muss und Mitarbeiter Schulungen und Begleitung hin zum effizienten, Technologie-unterstützten Arbeiten benötigen.

Weitere Beiträge zum Thema Technologien im Supply Chain Management sind zum Beispiel „So erleichtert die Cloud Ihr Supply Chain Management“ oder „Excellisten abschaffen: Das sind die Vorteile einer SCM-Software“.

 

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