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Logistik 4.0: Diese Technologien erobern das SCM

von Redaktion

Datenanalytik, Robotertechnik, Blockchain: Welche technologischen Schlüsseltrends werden die Logistikbranche in 2021 und darüber hinaus beschäftigen? Wir geben einen Überblick über Innovationen zur weiteren Digitalisierung und Optimierung der SCM-Prozesse.

Die Integration digitaler Technologien erweist sich im Supply Chain Management als zunehmend wichtiger Wettbewerbsfaktor. Das gilt nicht erst seit, aber verstärkt durch die globale Pandemie: Um die Herausforderungen der gegenwärtigen Viruskrise zu bewältigen, wurden Transformationsprozesse innerhalb der Branche stark beschleunigt. Bereits bestehende Trends wie Datenanalytik, Künstliche Intelligenz, Robotik oder das IoT-Anwendungen (Internet of Things) konnten sich weiterhin etablieren.

Logistikentscheider möchten mit dem Einsatz dieser innovativen Technologien ihre Wertschöpfungs- und Lieferketten weiter automatisieren, lückenlos überwachen und wettbewerbsfähig gestalten. Auch bei bislang weniger verbreiteten Technologien wie der Blockchain zeichnet sich eine höhere Nutzung ab. Dadurch werden den Unternehmen nicht nur neue Möglichkeiten für eine volldigitalisierte Lieferkette eröffnet, es werden auch wertvolle Anwendungsbeispiele geschaffen. Insgesamt steht die digital reifende Branche vor dem Übergang in eine neue Normalität. 

Big Data Analytics – Daten intelligent nutzen

Im logistischen Umfeld laufen mit Kundenaufträgen, Frachtdokumenten, Zollunterlagen etc. zahllose Daten zusammen. Für viele Unternehmen steht die qualifizierte Echtzeit-Analyse dieser Datenflut daher schon länger auf der Prioritätenliste. Sie haben erkannt, dass Technologien zur Sammlung und Auswertung von Daten maßgeblich dabei helfen können, Prozesse besser zu verstehen, Muster zu erkennen und darauf basierend präzise Vorhersagen zu erstellen.

Stabile und belastbare Nachfrageprognosen (Interner Link erweisen sich insbesondere im Peak Management – im Rahmen von Feiertagen und Events, aber auch angesichts der pandemiebedingten erhöhten Nachfrage – als Wettbewerbsvorteil. Durch eine präzisere Absatz- und Bedarfsplanung lässt sich das Risiko von unnötigen Lagerbeständen sowie Out-of-Stock-Situationen vermeiden. Mithilfe von Big Data-Analysen lassen sich etwa auch bei der Routen- und Laderaumoptimierung Verbesserungen erzielen: Dank optimal geplanter Strecken und einer höheren Auslastung können Transportkosten deutlich gesenkt werden.

Bislang fällt es aber nicht wenigen Logistikern schwer, eine fundierte Big-Data-Strategie zu entwickeln. Angesichts des enormen Potentials bereiten sich jedoch immer mehr Unternehmen mit der Nutzung von Cloud-Services auf eine optimale Big Data-Nutzung vor. Die Leistungsfähigkeit der Cloud ermöglicht es, das enorme Potential von Big Data Anwendungen und weiterer Technologien in der SC zu heben – und aus den vielen vorliegenden Daten einen echten wirtschaftlichen Nutzen zu ziehen.

Künstliche Intelligenz – Effizienzvorteil in der Logistik

Untrennbar mit dem Sammeln nie dagewesener Datenmengen verbunden, ist die Notwendigkeit, diese Informationen intelligent weiter zu verarbeiten. Hier kommt Künstliche Intelligenz ins Spiel: KI-basierte und damit selbstlernende Systeme sind in der Lage, Daten miteinander zu verknüpfen und fundierte Handlungsempfehlungen zu geben, was sich in der Logistik beispielsweise bei der Lagerhaltung oder Kapazitätsplanung als wertvolle Unterstützung erweist.

Bereits heute nicht mehr wegzudenken ist die KI-basierte Bildverarbeitung mit Hilfe von Scannern und Sensoren, auch maschinelles Sehen genannt. Künstliche Intelligenz steht auch hinter Kundenbezogenen Innovationen: So lässt sich beispielsweise anhand von Daten und unter Berücksichtigung bestimmter Faktoren wie Marketingaktionen oder Wetterlage eine fast 100-prozentige Bestellwahrscheinlichkeit für Kunden ermitteln. Angesichts der großen Vorteile für das SCM ist anzunehmen, dass sich Unternehmen in 2021 verstärkt mit Künstlicher Intelligenz beschäftigen werden.

Wer KI-basierte Systeme zur Optimierung von Risikomanagement und Vorhersagen nutzen möchte, muss jedoch zunächst in die durchgängige Digitalisierung seiner Prozesse investieren, was sich vielerorts noch als Hemmnis erweist. Pilotprojekte und Best Practices von Anwenderunternehmen können hier wertvolle Impulse geben.

Mehr Wertschöpfung durch Robotik und Automatisierung

Auch im Bereich der Robotik und Automatisierung hat es in der jüngeren Vergangenheit große Fortschritte gegeben: Hocheffiziente Robotersysteme kommissionieren eigenständig festgelegte Lagerteile und entlasten Mitarbeiter beim Verpacken bzw. Verladen bestellter Waren. Aufgrund von KI sind die Lagerroboter imstande, sich schnell an neue Umgebungen anzupassen, Ware zu erkennen sowie Personen zu identifizieren – eine wesentliche Grundlage für die sichere Zusammenarbeit mit dem Logistikpersonal. Experten gehen davon aus, dass die Integration intelligenter Robotersysteme künftig zum Alltag gehören wird.

Eine weitere Schlüsselinnovation in diesem Bereich ist das autonome und vernetzte Fahren, mit dem erhebliche Kostenvorteile und Prozessverbesserungen zu erwarten sind. Erste autonom fahrende Kraftfahrzeuge sollen Medienberichten zufolge schon bald im Geschäftsalltag auf den Straßen unterwegs sein – zunächst noch mit einem Fahrer als Kontrollinstanz, der aber immer seltener eingreifen soll.

Einstieg in das Internet of Things – mit RFID-Tracking

Prädestiniert ist die Logistik nicht zuletzt für die digitale Vernetzung sämtlicher physischer Objekte – also das Internet of Things, kurz IoT. Unternehmen sind dadurch imstande, Waren und Güter von der Produktion über die Lagerung bis zur Lieferung lückenlos nachzuverfolgen. Eine Vorreiterposition unter modernen Trackingverfahren übernimmt die Radio-Frequency-Identification (RFID). Mit per Funk auslesbaren RFID-Tags werden Warenwege lückenlos dokumententierbar – auch dort, wo andere Verfahren wie 2-D-Barcodes und maschinelles Sehen aufgrund von Umwelteinflüssen an ihre Grenzen stoßen. So nimmt in der Praxis der Einsatz von RFID-Tags stetig zu, wodurch auch die damit einhergehenden EPCs (Electronic Product Codes) Verbreitung finden. Gemeinsam mit Auto ID stellen RFID-Systeme die Verbindung zwischen der Welt der Dinge und der Welt der Daten dar und sind somit als zentrale Basistechnologien für das IoT zu sehen.

Blockchain und autonome Drohnen – wie reif sind diese Technologien?

Neben den genannten Innovationen existieren zahlreiche weitere Technologien, die großes Potential für die fortschreitende Digitalisierung und Vernetzung logistischer Prozesseaufweisen, aber noch keine flächendeckende Anwendung in der Praxis gefunden haben.

Eine dieser Technologien ist die Blockchain, die sämtliche innerhalb einer Lieferkette befindlichen Datensätze miteinander verkettet und dadurch nicht nur vor Manipulation, sondern auch für mehr Transparenz innerhalb der Supply Chain sorgt. Für die Logistik ist die Blockchain auch deshalb attraktiv, weil sich über sie komplexe Prozesse automatisch steuern lassen. Ein Anwendungsbereich ist die Nutzung sogenannter Smart Contracts: Hierbei werden bei der Erfüllung einzelner Vertragsbestandteile entlang der Lieferkette spezifische Aktionen vollautomatisch ausgelöst. Bislang hat sich Blockchain noch nicht flächendeckend durchgesetzt, weil ihre Einführung aufwendig sowie fundiertes Fachwissen nötig ist. Aktuelle Studien, unter anderem von dem US-amerikanischen Technologieunternehmen Zebra, legen aber nahe, dass die Technologie im neuen Jahrzehnt an Fahrt gewinnen wird. Demnach soll sie eine zentrale Rolle in der Überwachung globaler Lieferketten übernehmen.

Darüber hinaus könnten Innovationen wie Drohnenlieferungen bzw. autonom navigierende Luftfahrzeuge die Transformation der Branche vorantreiben – allerdings steht auch hier die notwendige digitale Reife zur branchenweiten Anwendung noch aus.

Fazit: Technologie-Trends im Blick behalten

Der Einsatz digitaler Technologien ermöglicht es Logistikentscheidern, sämtliche Systeme und Prozesse entlang der Supply Chain zu vernetzen und intelligent zu steuern. So sind sie in der Lage, die eigene Handlungsfähigkeit im globalen Wettbewerb sowie vor dem Hintergrund krisenbedingter Herausforderungen zu steigern. Experten zufolge begünstigt der fortschreitende digitale Wandel auch die Umsetzung der unternehmenseigenen Nachhaltigkeitsstrategie, die 2021 wieder verstärkt in den Fokus rücken könnte.

Logistikentscheider sind daher vor die Aufgabe gestellt, technologische Trends und Entwicklungen kontinuierlich zu beobachten. Da das Spektrum an Innovationen groß ist, gilt es Neuerungen stets dahingehend zu überprüfen, ob und inwieweit diese zur Verbesserung der Unternehmensperformance beitragen können.

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