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Peak Saison 2022: Smarte Strategien für bessere Unternehmensperformance

von Editorial Office

Gedämpfte Konsumbereitschaft bei den Verbraucher*innen, Inflation und anhaltende Rabattkämpfe im Handel: Die Hoffnung vieler Branchen liegt jetzt auf der Peak Saison 2022. Auftakt zur Peak-Saison ist seit einigen Jahren der Black Friday‘ am 25. November, direkt gefolgt vom Weihnachtsgeschäft. Für Unternehmen bedeuten diese saisonalen Spitzenzeiten stets auch eine gesteigerte Anforderung an Logistik, Fulfillment und Bestandsmanagement. In diesem Jahr addieren sich durch eine angespannte Lage auf dem Weltmarkt zusätzliche Herausforderungen. Eine rechtzeitige und strategisch durchdachte Vorbereitung ist deshalb besonders bedeutsam. Wir stellen Strategien vor, mit denen Unternehmen auch die Peak-Saison 2022 erfolgreich managen können.

Chancen des E-Commerce-Handels gezielt nutzen

Die Vorweihnachtszeit mit Black Friday und Cyber Week ist für viele Unternehmen die umsatzstärkste im Jahr.  2020 und 2021 stand diese ganz im Zeichen der Corona-Pandemie. Doch gerade wegen der umfassenden Einschränkungen im stationären Handel lieferte der Online-Handel in beiden Jahren rekordverdächtige Zahlen – im Endkundenbereich ebenso wie auch im B2B-Handel. Allein von Anfang Oktober bis Ende November 2021 etwa stiegen die Umsätze im E-Commerce um 15,8 Prozent auf 20.113 Mio. Euro, und im gesamten Interaktiven Handel um 15,3 Prozent auf 20.255 Mio. Euro brutto. Um auch in diesem Jahr im saisonalen Geschäft auf Wachstumskurs zu bleiben, gilt es, sich schon jetzt auf besondere Herausforderungen einzustellen.

Peak Management: Lieferketten und Transportstrategien agil aufstellen

Nachfragespitzen sind für Unternehmen stets eine besondere Herausforderung – erst recht, wenn sie wie in diesem Jahr mit einer angespannten Situation der Lieferkette einhergehen. Um die erhöhte Warennachfrage bedienen und gewinnbringend nutzen zu können, ist ein effizientes und agiles Peak Management mit optimierten Beschaffungs- und Transportstrategien von Bedeutung.

Strategisch bedeutsam ist dabei ein angepasstes Bestandsmanagement: Nach jahrelang erfolgreicher Lean Production und effizienter Just-in-time-Strategie offenbaren sich angesichts von Liefer- und Versorgungsengpässen die Nachteile dieses Vorgehens. Unter den aktuellen Umständen ist es wichtig, schnell und flexibel auf veränderte Rahmenbedingungen reagieren zu können. Unternehmen sind gut beraten, ihre Beschaffungsstrategie entsprechend anzupassen und rechtszeitig vor der Peak-Saison eine Erhöhung der Sicherheitsbestände in Betracht zu ziehen. Gleichzeitig empfiehlt es sich, die Lagerkapazitäten zu überprüfen und bei nicht ausreichender eigener Lagerfläche mögliche Aufstockungsoptionen zu identifizieren. Ein weiterer nicht zu unterschätzender Aspekt ist die aktuell angespannte Personalsituation. Pandemiebedingt kam und kann es zu Personalausfällen kommen, sowohl an den Produktionsstätten als auch bei den Logistikfirmen, die den globalen Transport der Waren abwickeln. Das zeigt sich unter anderem an dem Mangel an Lastwagenfahrern. Um dieser multifaktoriellen Herausforderung effizient zu begegnen und Lieferengpässe zu vermeiden, bedarf es also einer systematischen Planung und passgenauer Maßnahmen von der Beschaffung über die Lagerung bis zur Auslieferung der Waren.

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Diversifikation der Supply Chain

Eine langfristig sinnvolle Strategie, um zukünftige Engpässe allgemein und Zeiten saisonaler Spitzennachfrage im Besonderen bewältigen zu können, ist die Erweiterung des unternehmerischen Lieferkettennetzwerkes. Es gilt, die Beschränkung auf bestimmte geografische Regionen und Lieferanten zu minimieren. Ein Beispiel ist die Elektronik- und Automobilbranche: Hier zeigte sich in jüngster Vergangenheit, wie drastisch sich die Abhängigkeit Europas von Lieferanten aus dem Wirtschaftsraum China auswirken kann. Wiederholte Lockdowns und logistische Engpässe sorgten für fehlende Komponenten wie Sensoren, Halbleiter oder LEDs. Die Produktion in deutschen und europäischen Werken geriet ins Stocken, in vielen Bereichen musste in großem Ausmaß umdisponiert werden. Mit Strategien zur Diversifizierung und – wo möglich – teilweisen Regionalisierung der Liefernetzwerke können Unternehmen ihre Beschaffung krisensicherer aufstellen und zukünftige Engpässe besser abfedern. Die Identifikation alternativer oder zusätzlicher Zulieferer für ein breiteres Netz an Bezugsoptionen ist deshalb eine entscheidende Aufgabe.

Effiziente Abwicklung durch optimiertes Fulfillment

Ein weiterer Erfolgsfaktor – insbesondere in Zeiten erhöhter Nachfrage – ist ein durchdachtes Fulfillment von der Bestellungsannahme über die Lagerhaltung, die Kommissionierung, die Verpackung und die Frankierung bis hin zum Versand. Mit durchdachter Prozessoptimierung erreichen Unternehmen eine höhere Servicequalität – die Grundlage für zufriedene und wiederkehrende Kund*innen. Eine smarte Fulfillment-Strategie beinhaltet unter anderem ein detailliertes Reporting zu Bestand und Bedarf – so lassen sich sowohl Out-of-Stock-Situationen wie auch Überhangbestände vermeiden. Unternehmen, die große Bestellmengen zu bewältigen haben, können für die Fulfillment-Lösungen auch auf externe Dienstleister zurückgreifen.

Supply Chain Management: Potenzial digitaler Technologien nutzen

Gerade in Peak-Zeiten sind digitale Technologien im Supply Chain Management Garant für mehr Effizienz und Resilienz. Cloudbasierte Systeme, automatisierte Prozesse und digitale Tracking-Lösungen ermöglichen allen Beteiligten Einsicht in den Warenfluss sowie mögliche Störungen und Engpässe. Gezielte Analysen per Big Data führen eine Vielzahl von Informationen zur Fracht, zu Liege- bzw. Standortzeiten, zu Beständen und Routen zusammen und ermöglichen damit Forecasts zur Identifikation von Defiziten und Optimierungspotenzialen. SCM-Plattformen stellen – im Gegensatz zu herkömmlichen Excel-Listen – die transparente Vernetzung und effiziente Kommunikation involvierter Lieferkettenpartner*innen sicher. Und durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz und dem Internet der Dinge (IoT)  werden in Echtzeit Standortinformationen mittels QR- bzw. Strichcode und Produktidentifikation über RFDI-Tags (Radio Frequency Identification) übermittelt.

Ist die passende IT-Lösungen identifiziert, gilt es diese zügig zu implementieren und die aktive Nutzung zu forcieren, um zeitnah von dem Fortschritt und dem daraus resultierenden Wettbewerbsvorteil zu profitieren. Mit effizientem Peak Management, gestützt durch den effektiven Einsatz digitaler Technologien, sind Unternehmen für die Peak-Saison 2022 bestens aufgestellt.

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