Fünf Gründe für strategisches Supply Chain Management

Strategisches SCM

Unsplash/Patrick Campanale

Die Pandemie hat es deutlich gezeigt: Um globale Lieferketten sicher zu steuern, ist ein professionelles und strategisch ausgereiftes Supply Chain Management unerlässlich. Mögliche Störungen frühzeitig erkennen, flexibel auf Nachfrage-Schwankungen reagieren: Unternehmen, die in die systematische Optimierung und Vernetzung ihrer Material- und Informationsflüsse investieren, erweisen sich in Krisenzeiten als widerstandsfähiger – und sind besser aufgestellt für die Zukunft.

Noch schneller und flexibler, gleichzeitig autonomer und nachhaltiger: So sieht erfolgreiches SCM nach Ansicht von Wissenschaftlern in 20 Jahren aus. Wie unter anderem die Studie „Supply Chain Management 2040“ zeigt, die das Fraunhofer Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) gemeinsam mit Ginkgo Management Consulting erstellt hat, ist es bis dahin allerdings für viele noch ein weiter Weg. Als größte Herausforderungen der nächsten fünf Jahre sehen die befragten Unternehmen neben zunehmendem Wettbewerb vor allem die Automatisierung (87 Prozent) und Digitalisierung (74 Prozent) der Supply Chain.

Strategisches SCM: Der Einsatz lohnt

Vor den Verantwortlichen liegen komplexe Aufgaben; schließlich umfasst ein modernes SCM sämtliche Stufen der Wertschöpfungskette – von Beschaffungs- und Produktionsprozessen über den unternehmensübergreifenden Informationsfluss bis zu Lieferantenaufträgen und Finanzen. Aber der Einsatz lohnt sich. Eine bedarfsgerechte Produktion, beschleunigte Prozesse und mehr Kundenzufriedenheit sind nur einige Vorteile einer ganzheitlich optimierten Supply Chain.

Wir haben einige Gründe herausgearbeitet, die zeigen, warum Unternehmen das Thema strategisches SCM ganz oben auf die Agenda setzen sollten:

Mehr Transparenz – verbesserte Resilienz

Einer der wesentlichen Erfolgsfaktoren für ein zukunftsfähiges Supply Chain Management ist die Digitalisierung. Die zunehmend automatisierte Erfassung und Verarbeitung von Daten schafft mehr Transparenz und Sicherheit in der gesamten Prozesskette. Zum Beispiel lassen sich durch intelligente Tracking-Systeme einzelne Lieferungen und Produkte zurückverfolgen, Störungen werden sofort erkannt und können effektiv behoben werden. Die Studie „Connected and autonomous supply chain ecosystems 2025“ des Beratungsunternehmens PwC hat kürzlich gezeigt: Digitale Vorreiter sind agiler und reaktionsschneller, wenn es durch Krisen wie die Corona-Pandemie zu disruptiven Veränderungen kommt.

Bedarfsgerechte Steuerung der Lieferkette

Überkapazitäten auf der einen Seite – Out-of-Stock-Situationen auf der anderen: Beides lässt sich durch ein gut aufgestelltes strategisches Supply Chain Management vermeiden. Je genauer Unternehmen den Bedarf vorhersagen können, desto weniger Warenbestände müssen sie entlang der Wertschöpfungskette vorhalten. Eine bedarfssynchrone Produktion und Belieferung, schnellere Reaktionen auf veränderte Nachfrage und Trends: Ein strategisches Supply Chain Management verkürzt die Prozesslaufzeiten – und schafft damit mehr Nähe zu den Kunden.

Erhöhte Kosteneffizienz

Falsch kalkulierte Lagerbestände kosten Geld. Genau wie zum Beispiel ein Express-Transport, der nötig wird, weil die Produktionstermine von Zulieferbetrieben nicht aufeinander abgestimmt sind. Erfolgreiche SCM-Strategien sorgen für die reibungslose Kommunikation auf den verschiedenen Stufen der Produktionsplanung, der Beschaffung und des Marketings. Dadurch können Unternehmen die Kosten und den Kapitaleinsatz so gering wie möglich gehalten – und ihre wirtschaftliche Effizienz insgesamt verbessern.

Nachhaltige Reputation

Kunden, Investoren und Behörden stellen zunehmend hohe Anforderungen in puncto Umweltschutz, Sozialstandards und Compliance. Ein professionelles SCM hilft dabei, die Forderungen zu erfüllen und eigene Nachhaltigkeitsziele umzusetzen – auch über Ländergrenzen hinweg. Die Digitalisierung ist einmal mehr der Schlüssel: Moderne Technologien schaffen die Grundlage, um alle notwendigen Informationen bereitzustellen, die Supply Chain nachhaltiger zu steuern und damit am Markt zu überzeugen.

Professionelles Risikomanagement

Noch im Mai 2020 hatte eine Umfrage des Bundesverbands Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME) ergeben, dass neun von zehn Unternehmen nicht auf eine Pandemie vorbereitet waren. Mit einem professionellen SC-Risikomanagement können Unternehmen vorausschauend agieren und frühzeitig Maßnahmenpläne für relevante Krisen-Szenarien entwickeln. Im Fokus stehen dabei künftig neben der Reduzierung von Abhängigkeiten verstärkt auch Sicherheits- und Kontinuitätskonzepte für den Fall einer Pandemie.

Ohne Vertrauen geht es nicht

Immer mehr Unternehmen erkennen im SCM einen zentralen Faktor für den Unternehmenserfolg. Neben einer unternehmensübergreifenden Informationsarchitektur, die meist über ERP- und Cloud-Systeme realisiert wird, ist dafür ein hohes Maß an Vertrauen notwendig. An verschiedenen Schnittstellen müssen die Kooperations- und Handelspartner einander detaillierte Einblicke in die eigenen Prozesse gewähren. Nur wenn die Verantwortlichkeiten klar definiert sind und alle Partner innerhalb der Lieferkette nach definierten Regeln zusammenarbeiten, lassen sich die Potentiale des strategischen SCM vollständig heben.

 

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