Supply Chain Management 2020: Das sind die Trends

Trends SCM

Unsplash/Cameron Venti

Nachhaltig, vernetzt, individuell und intelligent – die Ansprüche an die Logistik wachsen und der Optimierungsdruck steigt. Wir sagen Ihnen, welche Trends Sie in diesem Jahr nicht verpassen sollten, um Ihre Lieferkette zukunftssicher aufzustellen.

Neue Technologien nutzen

Big Data, Künstliche Intelligenz und das Internet of Things (IoT): Es sind große Begriffe und moderne Technologien, die für alle Akteure innerhalb der Lieferkette immer stärker in den Fokus rücken und das SCM zunehmend prägen. Noch sind die Zukunftstechnologien nicht flächendeckend im Einsatz. So verwenden laut des Branchenverbandes Bitkom beispielsweise aktuell nur ca. 20 Prozent der Unternehmen Big Data für die Planung ihrer logistischen Prozesse.

Die Lücke zwischen Unternehmen, die neue Technologien einsetzen, und Unternehmen mit traditionell organisierten Prozessen, wird mit der fortschreitenden Digitalisierung jedoch zunehmen und der Verzicht auf die Möglichkeiten, die mit der Nutzung neuer Technologien einhergehen, künftig erfolgskritisch.

Wachsendem Optimierungsdruck standhalten

Laut des 10. Hermes-Barometers, einer Umfrage unter 200 Logistikentscheidern deutscher Unternehmen, sind die Anforderungen zur Optimierung der Lieferkette stark gestiegen. Flexibilität ist im Jahr 2020 nicht nur ein Erfolgsfaktor – mit dem Auftauchen agiler, technikbasierter Start-ups steigt der Wettbewerb und fehlende Flexibilität wird vom Kunden zunehmend abgestraft. Maximale Transparenz in der Lieferkette und die lückenlose Nachverfolgbarkeit der Fracht werden zunehmend zum Standard.

Wer sein Unternehmen auch künftig erfolgreich am Markt positionieren möchte, wird nicht umhinkommen, sich dem zunehmenden Optimierungsdruck zu beugen. Dieses Wissen ist auch in den Unternehmen angekommen: Laut des Hermes-Barometers verfolgen mehr als drei Viertel der deutschen Unternehmen (78 Prozent) einem systematischen und übergreifenden Ansatz zur Optimierung ihrer Supply Chain. Bei größeren Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern sind es sogar 83 Prozent – und damit 23 Prozent mehr als noch vor vier Jahren.

Losgröße 1 – Neue Konzepte gefragt

Der Optimierungsdruck wird nicht zuletzt stark von den Bedürfnissen und Forderungen der Endverbraucher geprägt. Die Ansprüche an Digitalisierung und Individualisierung umfassen mittlerweile alle Bereiche der Supply Chain und verändern diese nachhaltig. Laut des Digital Manufacturing Magazins zogen es 2019 zum Beispiel bereits 13 Prozent der Endanwender vor, direkt bei einer Marke zu bestellen – Tendenz steigend: Zukünftig wollen 27 Prozent der Käufer direkt bestellen.

Die Produktion und damit einhergehend die Logistik von Losgrößen 1 wird ebenfalls weiter zunehmen. Mass Costumization ist ein wichtiges Bindeglied zwischen teurer Maßanfertigung und günstiger Massenware und wird für die Industrie auch dadurch immer interessanter, weil die Verbraucher mit jedem Eigendesign einer Ware ihre individuellen Vorlieben für Marktforschungszwecke mitliefern. Steigende Absätze individueller Produkte, Daten für den Innovationspool und letztlich auch die zunehmenden Möglichkeiten der Robotik, kleine Mengen voll automatisiert und günstig zu fertigen, machen individualisierte Produkte zu einem Wachstumsmarkt, auf den sich das Supply Chain Management einstellen muss.

Cross Border Logistik – Internationalisierung meistern

Neben der Individualisierung der Warenströme zeichnet sich auch eine zunehmende Internationalisierung ab: Plattformen wie Amazon und Alibaba fördern den grenzüberschreitenden Warenfluss und die Erschließung neuer Absatzmärkte über Ländergrenzen hinweg. Und die Bemühungen kommen an, wie eine Studie des skandinavischen Versanddienstleisters Postnord aus dem Jahr 2019 ergab. Fast 75% der europäischen Onlinekäufer bestellten bereits mindestens einmal Waren im Ausland. Damit einher geht die steigende Nachfrage nach individuellen Cross-Border Logistiklösungen.

Unternehmen, die ihr Geschäft internationalisieren möchten, stehen vor zahlreichen Herausforderungen: Neue Logistikkonzepte und umfassendes Know-how über Marktplätze, Zielgruppen und Zollbestimmungen sind gefordert. Erfahrene Logistikdienstleister mit langjähriger Cross-Border-Kompetenz können zur Erschließung neuer, zukunftsfähiger Geschäftsfelder eine sinnvolle Unterstützung sein.

Nachhaltigkeit in der Lieferkette fördern

Umwelt- und Klimaschutz standen 2019 besonders stark im Fokus von Medien und Öffentlichkeit. Im Jahr 2020 wird nachhaltiges Wirtschaften zu einem wichtigen Wettbewerbsvorteil avancieren, denn wie auch andere Kriterien, die die Kaufentscheidungen beeinflussen, wird der Druck, die Konsumentenbedürfnisse zu befriedigen, die Lieferkette hinaufgereicht. In punkto Nachhaltigkeit gibt es hier besonders viele Herausforderungen, denen sich Logistikentscheider stellen müssen: Einerseits ist das nachhaltige Wirtschaften im Hinblick auf Verpackungen, Transportmittel und -wege ein Thema für das SCM. Andererseits wächst der Anspruch an die Transparenz aller Prozesse, bis hin zum letztendlich lückenlosen Nachweis der Herkunft einzelner Komponenten und Waren.

Fazit

Der Einfluss der Konsumenten auf das SCM wächst unaufhaltsam. Selbst Lieferkettenakteure, die auf den ersten Blick keine Berührungspunkte mit dem Endkunden haben, werden durch den Wunsch nach Losgröße 1 oder der lückenlosen Nachweisbarkeit der Herkunft zunehmend in die Pflicht genommen. Um den Anschluss nicht zu verlieren, sollten Unternehmen ihre Lieferkette kritisch auf Optimierungspotential prüfen und identifiziertes Potential heben. Das Zusammenspiel aus einer definierten Strategie, umfassendem Know-how und dem gezielten Einsatz neuer Technologien wird im Jahr 2020 wettbewerbsentscheidend sein.

 

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